Gear vs Skill - Das Gesetz vom Minimum

  • Eines vornweg: Dieser Artikel wird mit Sicherheit keine Antwort auf die omnipräsente Frage "Ist Ausrüstung wichtiger als Wissen (oder umgekehrt)?" erbringen, aber hoffentlich ein wenig Verständnis ermöglichen. Um das Thema Gearwahn und Gearphobie mal aufzurollen, haken wir es doch mal an einer wissenschaftlich erwiesenen Theorie fest: Das sog. "Gesetz vom Minimum", von Carl Sprengel und (bekannter) Justus von Liebig veröffentlicht. Es besagt, dass der (Ertrags-) Faktor der in geringster Menge vorhanden ist und nicht ersetzt werden kann, für den Erfolg einer Aktion verantwortlich ist und auch nicht durch erhöhen der anderen Faktoren substituiert werden kann.


    Beispiel aus der Anwendung: Eine Pflanze braucht im Regelfall Nährstoffe, Wasser und Sonnenlicht. Steht eine Tomate im Schatten, kann man die Düngerdosis verdoppel, der Mangel an Sonnenlicht wird den Ertrag stark mindern.
    Beispiel, abgewandelt auf das Kernthema Bushcraft: Eine Person, die mit einem Mora vor einem Reh steht, und es nicht ausnehmen kann, wird auch mit einem Chris Reeve Custom scheitern. Im Umkehrschluss wird eine Person, die ein Reh mit einem Mora ausnehmen kann, es auch mit einer Glasscherbe schaffen. Letztlich wird auch der beste Waidmann ohne Schneidwaren irgendwie gearteter Natur unverrichteter Dinge abziehen...


    Definitionen
    Es gibt mehrere Faktoren, die Zutreffen können, ich gehe im Beispiel von 3 Faktoren (Material, Werkzeug, Wissen) auf Basis des Beispiels totes Reh aus.
    Es gibt 3 Zustände:


    Idealfall: Alle Faktoren sind vorhanden, der Ertrag ist das erzielte Maximum
    Eingeschränkter Faktor: Einer oder mehrere Faktoren sind nicht vollständig oder müssen substituiert werden, eingeschränkter Ertrag
    Fehlender Faktor: Einer oder mehrere Faktoren sind nicht verfügbar, der Ertrag ist auf ein Minimum reduziert und fällt ganz aus


    Auswirkungen auf das Fallbeispiel:
    Idealfall: Die Person hat ein scharfes Messer, ein gesundes erlegtes Reh und weiß wie sie an das Fleisch kommt und das Tier fachgerecht zu zerlegen ist


    Eingeschränkt 1) Die Person hat ein scharfes Messer, ein gesundes erlegtes Reh aber weiss nicht genau wie sie am besten an das Fleisch kommt: Der Ertrag wird geringer ausfallen
    Eingeschränkt 2) Die Person hat ein scharfes Messer und weiß wie sie an das Fleisch kommt, das Reh ist aber ein Roadkill, der nur wenig übrig lässt.: Der Ertrag wird geringer ausfallen
    Eingeschränkt 3) Die Person hat ein gesundes erlegtes Reh und weiß wie sie an das Fleisch kommt, hat aber kein Behelfsmesser: Der Ertrag wird geringer ausfallen


    Ausfall 1) Die Person hat ein scharfes Messer, ein gesundes erlegtes Reh aber weiß absolut nicht wie sie an das Fleisch kommt: Der Ertrag fällt aus
    Ausfall 2) Die Person hat ein scharfes Messer und weiss wie sie an das Fleisch kommt, aber das Reh ist entkommen: Der Ertrag fällt aus
    Ausfall 3) Die Person hat ein gesundes erlegtes Reh und weiss wie sie an das Fleisch kommt, hat aber keine Klinge oder etwas um sie zu substituieren: Der Ertrag fällt aus


    Betrachtung:
    Wir haben ein Optimum, dass erreicht werden kann, wenn Ausgangsmaterial, Werkzeug und Kenntnis auf einem stabilen Level ist. Je weiter man sich von diesem Optimum entfernt, desto geringer wird der Ertrag. Der Ertrag wird aber, im Regelfall, erst dann gegen 0 tendieren, wenn ein Faktor komplett negiert wird / fehlt. Der Ertrag, den man erhält, ist die limitierte Schnittmenge dessen, was man aufwendet. Die Schwankungen des Ertrages sind stufenlos und das damit verbundene Erfolgsempfinden nicht objektiv ermittelbar.


    Fazit:
    Und hier kommen wir wieder zum Eingangsthema. Ein Optimum des Ertrages erreicht man nur, durch Optimierung aller Faktoren. Man kann alle Faktoren mit Alternativen substituieren, dies mindert den Ertrag statistisch gesehen, aber auf das etwaige Erfolgserlebnis hat dies keine Auswirkung. Die Gewichtung, ab wann jemand mit seinem Ertrag zufrieden ist, kann nur die Person selbst erbringen. Einen der Faktoren allerdings zum Platzhirsch zu erhöhen, ohne den es nicht geht, ist ebenso falsch wie kurzsichtig, denn wie oben aufgeführt: Kein Faktor kann das Fehlen des anderen substituieren. Und auch die Lesart, seinen präferierten Faktor zu puschen und die anderen nur als Notwendigkeit am Rande mitzuführen mag in der Praxis funktionieren, vom Optimum und somit dem was man anderen gegenüber propagieren sollte, ist es weit entfernt.

  • NIX THEORIE!!!!


    Vollidiot ohne Ahnung, Blizzard, Hillebergzelt, überleben !
    Vollidiot ohne Ahnung , Blizzard, Aldizelt, lebensgefahr !
    Vollidiot ohne Ahnung, Blizzard, kein Zelt, tod !

    Vollidiot ohne Ahnung,Blizzard,Hillebergzelt->auch Tot


    Da er in 99,99% der Fälle keine Ahnung hat,wie er das DIng mit Sau kalten Fingern aufzubauen hat.
    Tenor:Ich kann mir ja nachher am "zeltplatz" Gedanken drüber machen,wie ich das Teil aufbaue...

    Tamara Winkler *27.9.1993 +20.1.2012


    Tammi,ich werde dich nie vergessen!


    Der,der mit dem Kopf löcher in den Boden schlägt ;)

  • Vollidiot mit Zelt, welches mit kalten Händen gelang aufzubauen auch Tod...weil er nicht wusste das er seinen gasbetriebenen Heizstrahler nicht im geschlossenen (weil kalt) Raum/Zelt anmachen sollte!


    Die auch beste Technik ersetzt kein Wissen!
    Denn mit dem nötigen wissen, weißt du wie du die fehlende Technik improvisieren kannst!
    Stein ersetzt Messer, Holz ersetzt Feuerzeug, Hohlstamm ersetzt Feldflasche..usw...doch wenn dir das Wissen über Wasseraufbereitung oder Nahrungssuche fehlt, dann wanderst du ganz schnell ans andere Ende der Nahrungskette!


    Fazit: Im Ernstfall hast du eh nichts von deiner tollen Ausrüstung dabei, also sollte man üben ohne klar zu kommen und sich erst wenn man das geregelt bekommt, darüber nachdenken wie man sich, was erleichtern kann!


    Man lernt nicht umsonst, in jeder guten Metall-Ausbildung, erst mal die Feile zu hassen, bevor man die CNC-Fäsmaschine lieben lernt!

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • und das ist eben das große Problem, was durch Geargläubigkeit hervorrufen wird. Nämlich die verquere Vorstellung, dass der wichtigste Faktor zum Überleben oder der Umgang mit einer schwierigen Situation, das vorhandene Material ist. Also (angebliche) Topqualifikation des gears. Der absolut wichtigste Faktor ist das , was der Mensch zwischen seinen Ohren hat oder haben sollte! Und wie Grimm beschreibt, das Optimum ist, wenn mehrere Faktoren vorhanden sind. Ausrüstung ist in Extremsituationen sicherlich wichtig, aber als einziger Faktor ist das in keinster Weise ausreichend.
    m2cent

  • In meinem Augen ist es wirklich das größte Problem,dass sich viele Leute auf ihr 1000€ was -weis-ich Ausrüstungsteil verlassen und dann meinen,dass dieses sämtliches Wissen ersetzt. Auch ein 1000€ Jagdmesser ersetzt mir nicht das Wissen,wie ich eine Wildsau aufbreche.
    Ich komme immer darauf zurück,dass ich mehr und mehr "improvisiere" und einfachere Ausrüstung benutze. Also warum nur auf nen Feuerstahl verlassen,wenn ich Feuerbohren kann (zumindest versuch ichs).


    OT: Man sollte seine Ausrüstung auch seinem Wissensstand anpassen-wenn ich mit einem Feuerstahl kein Feuer anbringe,bin ich mit einem Feuerzeug besser bedient. Auch sollte das Equipment zu mir passen-wenn ich eine was-weis-ich einem anderen bevorzuge und damit zurechtkomme - warum nicht?

    Tamara Winkler *27.9.1993 +20.1.2012


    Tammi,ich werde dich nie vergessen!


    Der,der mit dem Kopf löcher in den Boden schlägt ;)

    Edited once, last by Ilves: Wieder einmal Umbruchfehler berichtigt. ().

  • ein Zelt baut jedr Spaddel auf, es ist keine Materialglaeubigkeit die ich hier vorgebe, sondern Erfahrung aus 20 Jahren Wintertouren. Je extremer die Kondition, desto stabiler und verlaesslicher sollte die Ausruestung sein.
    Ein Zelt eines Preniumanbieters ist eine Bank
    Wer von euch hat schon einmal in einem Zelt einen Blizzard abgewettert ? Ich schon dreimal.

  • ein Zelt baut jedr Spaddel auf...
    ... Je extremer die Kondition, desto stabiler und verlaesslicher sollte die Ausruestung sein.
    [...]
    Wer von euch hat schon einmal in einem Zelt einen Blizzard abgewettert ? ...


    - nicht jeder kann ein Zelt aufbauen! Habe selbst bereits mehrmals erlebt, dass Leute
    a) noch nie ihr Zelt aufgebaut haben und im Gewittersturm gings dann nicht ohne aktive Hilfe
    b) keine Ahnung hatten wie sie ihr tolles Tunnelzelt auf gefrorenem/felsigen Boden fixieren sollen


    - klar, je härter die Anforderungen, desto besser sollte das Material sein. Hilft ohne die geringste Ahnung aber nicht viel.


    -selbst 47 Mal eingeschneit sein, macht ein Argument nicht wahrer;-)

  • Mein Post ist mitnichten ein Hohelied auf die Konsumlosigkeit, aber auch keine Predigt für den Markenwahn. Ich muss leider sagen, dass einige den Post entweder nicht verstanden oder sich nur kontextsensitiv den Inhalt rauspicken den sie gerne so verstanden hätten.. Schade...

  • @Grimm: evtl solltest du noch einmal erklären was genau du ausdrücken wolltest, damit wir das mit dem abgleichen können was wir verstanden haben!

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • Ich finds einen super Beitrag :daumen ...
    Hab länger drüber nachgedacht und kann Grimmbold in jedem Punkt nur Recht geben. Eigentlich gibts nichts hinzuzufügen...


    Stimme völlig zu, dass es alle drei Komponenten braucht (Material, Werkzeug, Wissen) oder eben gekürzt Gear und Skills. Mir stellt sich lediglich noch die Frage, ob man sie nicht dennoch gewichten kann (oder sollte)... Hatte länger die Überzeugung, dass Wissen eine Vorrangstellung hat, da sich mit viel Wissen die Möglichkeiten durch Improvisation deutlich erhöhen.


    Ein Gegenbeispiel was mir nach dem Artikel sofort einfiel ist jedoch folgendes: Notsituation, grosse Kälte, starker Regen und Wind. Dabei hab ich ein Zelt. Ich brauch nicht viel Wissen (nur wie es aufzubauen ist) und bin sauber aus der Situation raus. Person B mit viel Wissen in der gleichen Situation ohne Zelt oder "nur" natürlichen Materialien hat deutlich mehr zu leisten um die Situation zu überstehen...


    Vermutlich hängts also von der Situation ab, wie man das Verhältnis von Gear und Skills gewichten sollte... Und ansonsten ist das Ganze wahrscheinlich eh immer eine Frage der individuellen Bushcraft "Ethik"...


    Thx für den Imput!
    VG MadFly :bulb

  • Gear taugt halt nix ohne Wissen aber mit Wissen kann man sich weiter helfen, evtl. Gear ersetzen oder improvisieren.


    Ganz im Gegenteil, kann jemand ohne entsprechendes Wissen über die Anwendung einer bestimmten Ausrüstung die Ausrüstung sogar (wenn auch unbeabsichtigt) beschädigen oder sogar ganz unbrauchbar machen. (Ein empfindliches Werkzeug beschädigt, Zelt falsch fest gezurrt und im Sturm beschädigt etc)


    Grimmbold hat also schon ganz Recht, wenn er schreibt, mal solle die Ausrüstung seinem Wissenstand anpassen. Oder aber, das ergibt sich daraus, seinen Wissensstand der Ausrüstung anpassen.



    Lieben Gruß,


    Westwood

  • Ich sehe das dein gärtnerisches Wissen im laufe der Jahre nicht ganz verloren gegangen ist.
    Du wirst lachen, aber gerade heute habe ich mich mit Justus von Liebig rumärgern müssen... (Magnesiummangel bei Tomaten, allerdings aufgrund zu hoher Feuchtigkeit/falschem Substrat)


    Kann deine Gedanken gut nachvollziehen (erinnert mich ein bisschen an abstrakte Mathematik), wobei ich Werkzeug und Material ehr als einen Punkt betrachte (also so ähnlich wie MadFly).
    Ich stimme MadFly auch in seiner Aussage zu, das Wissen die Möglichkeit zur Improvisation erhöht.


    Allerdings sehe ich jeden Tag Menschen die, obwohl sie optimal ausgestattet sind und über entsprechendes Wissen verfügen, nicht in der Lage sind z.B. einen Nagel halbwegs gerade in die Wand zu schlagen.
    Vermutlich fällt dies bei dir unter Wissen und bei MadFly unter Skill.
    Ich will hier nur hervorheben das es mit Wissen, Material und Werkzeug noch nicht getan ist. Wenn jemand 2 linke Hände hat ist er trotzdem am Ende der Fahnenstange angelangt.


    Auch sollte man noch klar sagen, das gut nicht teuer sein muss. Wobei ich bei dieser Aussage wohl nicht ganz im Zielbereich deines ersten Postes liege.
    Das Messer (um eins der hitzigsten gear-Themen anzuschneiden) mit dem ich alles mache (vom Schlachten über Anfeuerholz bis Dachpappe schneiden) kostet zwischen 1,30 und 1,50 Euro, manchmal auch 3,50 wenn es nicht im Angebot ist. Ich habe gut 10 von denen, nicht weil ich sie so schnell verschleisse, sondern weil ich in jeder Ecke eines liegen habe. Ich käme nicht im Traum auf die Idee eins meiner vielen Marttiini (Jugendsünden, früher habe ich bei jedem Finnlandbesuch eins mitgenommen) oder ein noch teureres Messer (die ich auch habe) zu benutzen.


    Verallgemeinert würde ich das in etwa so ausdrücken:
    Wissen + Können + (brauchbares) Material = Erfolg
    Wobei die Punkte W,K und M sich jeweils in einem gewissen Masse ausgleichen können.
    (ich hätte jetzt noch eine Gleichung mit 4 Variablen im Angebot, aber ich denke .... :haue )



    jackknife und OT:
    Kurz vor Weihnachten 2001 (etwa -17 bis - 24 Grad, also noch im fast angenehmen Temperaturbereich) durfte ich zusammen mit 2 Polizisten und einem russ. orthodoxen Popen einer Dame aus Deutschland schonend beibringen das sie ihren Ehegatten entweder in einer Holzbox oder in einer Vase mit nach hause nehmen darf, da dieser in seinem Markenzelt nebst Markenschlafsack unbedingt Fischstäbchen spielen wollte. Willst du wissen was die erste Reaktion seiner Ehefrau war?
    "Kann gar nicht sein, das ist eine Verwechslung, der hat doch über 2000.- für seine Equipment ausgegeben." :kotz


    Es kommt alle Zeit mal vor das ich von einem Bestattungsunternehmen gebeten werde beim Papierkram für die Rückführung zu helfen, und ich habe auch schon mehr als einen selbst aufgetaut(noch mehr landen natürlich "nur" im Krankenhaus) . Am "Equipment" lag es bei den mir bekannten Fällen bisher noch nie, am gesunden Menschenverstand und den Fähigkeiten allerdings ...
    So lange Hilleberg (ein sehr guter Hersteller, keine Frage) keine transportablen Zelte herstellt in denen ein offener Kamin mit Bärenfell davor und Minibar integriert ist möchte ich dich bitten solche dummen, unqualifizierten Aussagen zu unterlassen, das ist eigentlich unter deinem Niveau.
    Das ist ein öffentliches Forum, stell dir vor irgend ein "Held" liesst diesen Schmarn und ...
    Mir könnte das zwar egal sein, immerhin bringt das Geld in die Kasse, aber es macht VERDAMMTNOCHMAL KEINEN SPASS (ja, ich weiss was Grossschreibung bedeuted) einer jungen Mutti nebst Kind auf dem Arm beim Ausfüllen der Formulare zu helfen. Jeder der deine Umtriebe im Netz eine Zeit lang beobachtet hat weiss das du ein ausgesprochener gear-Freak bist und das du deine "Erfahrungen" gerne als allgemein gültig definierst, aber du solltest dir Gedanken darüber machen das du durch diese Art des Exhibitionismus auch eine Verantwortung deinen interessierten/gutgläubigen Lesern gegenüber hast.
    Im übrigen sah ich schon Wohnwägen nebst Vorzelt abheben während das 50.- NoName-Iglo nur ordentlich wackelte, ich glaub am nächsten Morgen gab es im ganzen Landkreis keine Wäscheleine mehr zu kaufen.


    Gruss



    P.s.: Ich habe mich bemüht die Forenregeln in Bezug auf den 2. Teil meines Textes einzuhalten. Sollte die Forenführung anderer Meinung sein bitte ich dies zu entschuldigen.

  • Material (Produkte) ueber Wissen setzen erlebe ich oft in meinen Jagdkursen und Gespraechen mit Jaergern. Den Ausdruck "Ich habe mir (Produkt Einsetzen) anfgeschaft nun sollte ich eigentlich Erfolg haben" oder so was aendliches hoere ich mehr als mir lieb ist. Diese Menschen haben dann immer einen sehr erstaunten Eindruck im Gesicht wenn ich ihnen sage das Wissen nicht mit Produkten ersetzt werden kann, ganz egal was die Werbung Verspricht.

    Wenn Du nicht für Deine Freiheit kämpfen willst, hast Du auch keine verdient.
    Folge nicht den Spuren Anderer, gehe Deinen eigenen Weg und hinterlasse Deine Spuren.

  • Ich muss jetzt mal zugeben, ich bin auch sowas wie ein Gearfreak...allerdings...stelle ich mir mein Set rein nach Gesichtspunkten der Nützlichkeit zusammen!


    Ich schleppe z.B. eine "Pflanzkelle" mit mir rum, statt mir im Wald nen Grabstock zu bauen - Oder eine Klappsäge, 2 Firestarter, meine Mundharmonika, 2 Viktorinox als Backupmesser 1+2 neben meinem Jagdmesser usw....


    Also jede menge Zeug, das man auch improvisieren könnte, was ich auch lange Zeit getan habe aber dann irgendwann die Bequemlichkeit siegte! Mir geht es auch nicht unbedingt um Gewichtsreduzierung...ich verwende einen Bundeswehrschlafsack, das alte Modell mit den Ärmeln und mein Trapp ist eine 2,4x3,6m große, großzügig geöste, Segeltuchplane, Rucksack ist das alte Bundeswehrmodell, allerdings bereits das mit Plastikschnallen - Also viel Zeug, das alles andere als leicht ist!
    Aber es sind dinge, die sich in vielen Jahren einfach bewährt haben, mich nie im Stich ließen, Robust sind und das schönste daran - Meine ganze Ausrüstung liegt in der Anschaffung bei unter 200€!
    Natürlich könnte ich auch ein BW-Poncho als Trapp nutzen - Nur taugt das auch als Hängematte? NEIN!
    Ich könnte auch einen leichteren Schlafsack verwenden - Kann ich den im Notfall als Mantel anziehen? Nein!
    usw...

    Versteht mich nicht falsch ABER Erbswurst ohne Beef Jerky ist theoretisch möglich - Aber sinnlos!!!

  • Sehr gut. Gefällt mir sehr gut. Ein Beispiel vom Sepp von Waldhandwerk. Er macht ja öfters mal was mit andren Bushcraftern und leitet Survivalkurse. Sepp hatte mal einen Bushcrafter dabei der noch Anfänger war, welcher aber finanziell potent ist. Er hatte teure Highend Ausrüstung, aber das half ihm nicht diese zu meistern. Sepp sagte diesbezüglich zu mir "Egal wie viel Geld man für die Ausrüstung ausgibt, man kauft das Wissen nicht mit diese zu benutzen".


    Das bring es auf den Punkt. Nicht Wissen ist wichtiger, sondern ich muss mir erst Wissen aneignen. Woher soll ich überhaupt wissen welche Ausrüstung die beste für mich ist, wenn ich nicht weiß wie ich die Arbeit verrichte oder welches Material ich zu verarbeiten habe. Was ich sagen will, um zum Idealfall zu kommen muss man mit dem Wissen anfangen. Habe ich das Optimum an Wissen, kann ich das optimale Material und Werkzeug hernehmen und das Optimale Ergebnis erziehlen.


    jackknife : Dein Beitrag war ein Totalausfall. Du hast offenbart, dass du es nicht verstanden hast.

  • Wie schon gesagt wurde Wissen Können Material gehören zusammen und führen zum Erfolg.
    Wenn ich weiß, wie man am besten ein nagel in die Wand haut und welche Dinge ich beachten mußbin aber zu ungeschickt haue ich mir auf die Finger - es kann auch sein, dass mirin gleicher Situation mit Wissen und Können leider nur ein großer schwerer Hammer zur Verfügung stand, mit dem das umso schwerer ist und es ging schief - der Daumen wurde blau - dann kam jemand und gab mir einen Nagelhalter - dann ging es auch mit dem dicken Hammer.
    Lange Rede kurzer Sinn - die Dinge sind voneinander abhängig und können durch Improvisation ergänzt weren.
    Man sagt aber auch nicht umsonst 50% macht das richtig e Werkzeug. Also -es geht auch anders, aber mit viel mehr Quälerei.
    Das hat auch nicht immer was mit dem Preis der Ausrüstung zu tun.
    Was allerdings im Outdoorbereich dazu kommt ist, wenn man die Sachen selbst schleppt, da nimmt dann oft besser die leichtere Ausrüstung, die dann bei gleicher Qualität in der Regel teurer ist.
    Das trifft auch gerade auf Survival zu was nutzt das beste Suvival- Pack wenn es auf Grund von Größe und Gewicht selten mitgenommen wird.
    Wenn man natürliche im absoluten Ernstfall gar nichts dabei hat - Flugzeugabsturz oder so, dann hilft nur Wissen und Können und die Gabe zu improvisieren.
    :bcplove

    „Wir gehen eines Tages kaputt, weil wir zu faul sind, zu Fuß zu gehen.“ Reinhold Messner

  • @Grimm: evtl solltest du noch einmal erklären was genau du ausdrücken wolltest, damit wir das mit dem abgleichen können was wir verstanden haben!


    Das habe ich oben bereits geschrieben, das nochmal aufzudröseln wäre wie die Pointe eines Witzes zu erläutern, nämlich witzlos...



    Grimmbold hat also schon ganz Recht, wenn er schreibt, mal solle die Ausrüstung seinem Wissenstand anpassen. Oder aber, das ergibt sich daraus, seinen Wissensstand der Ausrüstung anpassen.


    Habe ich beides weder geschrieben noch gemeint, sorry. Ich wollte explizit keine Antwort auf die omnipräsente Frage "Ist Ausrüstung wichtiger als Wissen (oder umgekehrt)?" erbringen, aber unter Umständen ein wenig Verständnis wecken.
    Verständnis dafür, dass es zwar das 100% Optimum gibt, es aber nur durch Kombination erreicht werden kann
    Verständnis dafür, dass es zwar das 100% Optimum gibt, es aber NICHT durch die Erhöhung EINES Faktors erreicht werden kann
    Und letztendlich auch Verständnis dafür, dass es zwar das 100% Optimum gibt, aber es jedem obliegt für sich zu bewerten, WIEVIEL % er benötigt und WIE er diese erreicht!