Buchtipps: Reiseliteratur/Bücher von draußen/Fachliteratur

  • Um auch endlich mal ein Survivalbuch im Regal stehen zu haben wurde bei der letzten Aamzonbestellung neben zwei Pflanzenführern auch "Das große Buch der Überlebenstechniken" in den Warenkorb gequetscht.


    Der Autor, Herr Gerhard Buzek, scheint ganze Arbeit geleistet zu haben. Das Buch ist voll mit allerlei nützlichen aber auch eher unnützen Techniken. Auf 506 Seiten und sehr sehr sehr vielen Grafiken ist das große Überlebens-ABC anschaulich und für jedermann verständlich niedergeschrieben. Ein großes Buch ist es tatsächlich, mit 23cm in der Höhe, fast 16cm in der Breite und 5,5cm dicke ist es nicht gerade "Handtaschenfreundlich"

    Damit man in diesem Klopper überhaupt was findet gibt es ein ausführliches Inhaltsverzeichnis, welches sich über 4 1/2 Seiten ziert.
    Die Themen reichen von Akkupressur, über Entbindung, Waffengebrauch, Rauchzeichen bis hin zu klassikern wie feuermachen und Wassergewinnung. Aber auch alltägliche Situationen wie z.B Elektrounfälle werden aufgeführt und können durchaus Leben retten.


    Das einzige Thema was ich ein bisschen vermisst habe ist die Selbstverteidigung gegen Wildtiere, im Gegensatz dazu wurde nehmlich die Verteidigung gegen Mitmenschen in aller ausführlichkeit durchgekaut.
    Als weiteren Makel kann man die alte Rechtsschreibung sehen (9. Auflage aus 2009)


    Das Buch hat mich schlappe 15 Euronen gekostet die wirklich in keinem Verhältnis mit den Wissensmängen stehen!


    Fazit:
    Wer aus diesem Buch nichts lern, dem ist nichtmehr zu helfen. Eine geballte Wissensmänge auf 506 Seiten gequetscht und für Jedermann erschwinglich. Mängel gibt es abgesehen von der alten Rechtsschreibung keine, also eine klare Kaufempfehlung von mir!



    ISBN 978-3-937872-48-3


    [Bilder folgen noch]

  • Wieder ein Thread der etwas betagteren Art, aber da die Menschheit noch immer Informationen auf Zellstoff bannt, aktuell wie eh und je.


    Mein Beitrag befasst sich mit einem Taschenbuch des Autors Dave Canterbury. Der Titel lautet

    ,,Bushcraft 101" Überleben in der Wildnis


    Der englischsprachige Titel wurde ins Deutsche übersetzt und hat definitiv unterhaltenden Wert, und für manch brauchbaren Tipp ist es auch zu gebrauchen. Wer sich allerdings an dem Titel orientiert und denkt er hält 101 direkt umsetzbare Tipps in der Hand irrt. Der Bezug auf die praktische Durchführung orientiert sich auf den Nordamerikanischen Kontinent und kann zu großen Teilen nicht auf unsere Zentraleuropäischen Verhältnisse übertragen werden. Versteht dies jedoch bitte nicht als Grund, es nicht zu lesen ! Als Einsteigerfreundliches Werk kann es aufgrund der doch teils sehr detaillierten Materialkunde dennoch bezeichnet werden. Alte Füchse und Einsteiger finden sicher immer etwas mit ,,AHA" Effekt. Sein Buchaufbau ist Chronologisch und richtet sich nach den üblichen Planungsablauf für eine Tour.

    Erst Marschgepäck,Werkzeuge, Tauwerk, Kochutensilien,Schutzausrüstung und Feuermachen womit sich die Vorbereitungen für einen Aufenthalt in Feld und Flur, zusammenfassen lassen können.

    Der Zweite Teil umfasst zu größten Teil den Aufenthalt in der Natur, Die Jagd und welche verschiedenen Rohstoffe für den einzelnen Nutzbar gemacht werden können. Leider ist dieser interessante Teil auch gerade der, welcher für uns Mitteleuropäer eher unbedeutend ist. So interressant auch der Einsatz von Fallen beschrieben ist, so illegal sind deren Anwendung zum Teil hier in Europa. Verstärkt beschreibt er den Einsatz der Conibear Fallen oder der einfachen Schlingfalle, beides eher für uns uninteressante Themen. Es mal gelesen zu haben schadet aber dennoch nicht da auch dem interessierten Leser so einblicke in eine fremde Jagdkultur gewährt wird.


    Den Abschluss machen dann eher skurille Rezepte wie Eichhörnchenbraten, Gekochter Biber, Waschbäreintopf oder Bisamrattensuppe



    Mein Fazit lautet:


    Wer einfache Lektüre mit Bushcraftbezug sucht, wird hier definitiv nicht enttäuscht. Es wirft einblicke auf eine ganz andere Art Bushcraft wie es hier in Deutschland einfach nicht praktikabel ist. Der Brückenschlag zwischen Bushcraft, Jagd, Biwakieren ist hier definitiv gelungen, wenn auch für uns nur von informativem Wert. Als Einstimmung auf den nächsten Ausflug macht es auf jeden Fall eine gute Figur.:gewehr

  • Eine kleine Wiederentdeckung in meiner Büchersammlung ist ebenfalls einen Eintrag wert. Gerade diejenigen unter uns die nicht mit einem Forststudium oder sonstigen Pflanzenkundlichen Wissen aufwarten können, fällt es schwer viele unserer verbleibenden Essbaren oder zumindest nützlichen Pflanzen einwandfrei zu identifizieren. Oder es ist andersherum man weiß zwar was man vor sich hat, weiß allerdings nicht wie daraus ein nutzen zu ziehen ist.



    Christine Recht gibt uns Anfängern einen schön gegliederten, leicht verständlichen Leitfaden mit über 80 verschiedenen Rezepten zu unseren heimischen Kräutern, Früchten und Beeren an die Hand.


    In ihrem Buch: Ernte am Wegrand

    Vertrieben über den Ulmer Verlag, schildert sie alles was zu der erfolgreichen Ernte notwendig ist, Von einem detailierten Porträit der Pflanze, deren Lebensräume, Erntezeiträume und auch einiger interessanter Rezeptvorschläge, ohne dabei in Floristische Sphären abzuheben welche dem Anwender meist keinen oder wenig Nutzen bringen.


    Eingeteilt ist dieses Buch in zwei Teile, Finden und Verarbeitung von Wildpflanzen und das Alphabetisch geordnete Pflanzenverzeichniss wo auch die Rezepte zur entsprechenden Pflanze abgedruckt sind.

    Vom Heilschnaps, über die Salbe für die Gelenke, Blutungshemmer, Marmelade oder Heiltee ist wirklich für alle was dabei, und mit vielen brauchbaren Alltäglich anwendbaren Rezepten wirklich eine echte Bereicherung der Kleinen Outdoorbibliothek.


    Mein Fazit:


    Bei der nächsten Tour im Sommer wird diese kompakte Lektüre sicher Teil der Vorbereitung sein, um neben dreckigen Klamotten, auch nützliche Dinge wieder mit Heim zu bringen!


    Mein Tipp:

    Mängelexemplare und gebrauchte Bücher sind schon für kleines Geld auf den verschiedenen einschlägigen Portalen zu finden!

  • Ein Buchtipp, der vielleicht nicht unmittelbar mit "Bushcraft" oder "Survival" zu tun hat. Aber im Grunde eben doch... und zwar behandelt das Buch, welches im 19. Jahrhundert in den USA geschrieben wurde, die innere Einstellung des Menschen zu seiner Umgebung. Ralph Waldo Emerson bezieht sich dabei auf die seinerzeit aktuellen gesellschaftlichen Eigenarten, die erstaunlicherweise garnicht so sehr von unseren heutigen abweichen. Schon damals empfanden viele Menschen die Zeit als zu schnelllebig, den Konsum als erschreckend. In teilweise schräg altertümlicher Sprache spannt Emerson auch den Bogen zur klassischen Philosophie. Das deutsche Wort "Selbstvertrauen" wird dem englischen "self-reliance" nicht so sehr gerecht. Emerson geht es hauptsächlich darum zu zeigen, zu was ein Mensch alleine in der Lage ist, wenn er nur will. Emerson war übrigens ein Freund von Henry David Thoreau, der das in Bushcrafterkreisen berühmte Buch "Walden" geschrieben hat. Auch lesenswert :-)