Buchtipps: Reiseliteratur/Bücher von draußen/Fachliteratur

  • In diesem Thread möchte ich euch den amerikanischen Wildnisexperten Tom Brown jr.nahebringen. Ich habe mir vorgenommen, wie es meine Zeit erlaubt, alle Bücher nach und nach vorzustellen. Die Bücher habe ich alle mit Begeisterung gelesen. Einige davon sogar mehrmals.


    In Deutschland gibt es sie momentan nur im Original, auf englisch. dafür sind sie aber billig und sehr schnell über amazon.de verfügbar. Teilweise sogar immer auf Lager. Die Sprache ist recht einfach gehalten, mit mittelguten Englischkenntnissen hat man sich schnell eingelesen.


    Einige Titel von ihm gab es in den 90er Jahren kurz im Ansata Verlag auf deutsch, wurden aber aus mir nicht bekannten Gründen bald rausgenommen. Dementsprechend teuer werden sie gebraucht gehandelt. Ich besitze sie nicht in Papierform und werde mich hier immer auf die amerikanischen Originalausgaben beziehen.


    Sein erstes und erfolgreichtes Buch ist "The Tracker " von 1978.


    Es ist aus einem Artikel über ihn im "Readers Digest" Magazin entstanden und noch, wie auch das zweite Buch:" The Search", mit einem Co-Autor zusammen geschrieben. Alle weiteren Bücher hat TBjr. alleine verfasst und sie bestechen durch eine noch plastischere und packendere Sprache.


    TBjr. betreibt seit 1978 eine sehr erfolgreiche Wildnisschule in New Jersey.


    (http://www.trackerschool.com/)




    Wie schaffe ich es, mit wenigen Worten diesen Mann vorzustellen?


    (Geht nicht, es werden viele Worte)


    -Geboren 1950 in New Jersey.


    Im Alter von 8 Jahren Bekanntschaft durch seinen Schulfreund Rick mit dem alten Apache-Indianer "Stalking Wolf", von ihm „Grandfather "genannt. Dieser wird zum Mentor und Wildnislehrer der beiden Jungen, denen er in jeder freien Minute in den riesigen Wäldern New Jerseys, den "Pine Barrens", über den Zeitraum von über 10 Jahren, traditionelle indianische Scoutfähigkeiten und seine spirituelle Sichtweise beibringt. Besonders diese hochspirituelle und gleichzeitig praktische Lebensart hat es mir sehr angetan. Nirgends habe ich diese so nachvollziehbar und naturnah in Schriftform erlebt. Leider scheinen die Co Autoren der ersten Bücher diesen geistigen Aspekt von Tom Browns Lehrmeister zugunsten der beeindruckenden praktischen "Skills" weniger Raum gegeben zu haben, als es in Wirklichkeit war.


    Ab dem dritten Buch" The Vision" bekommt die Spiritualität ihren angemessenen Platz darin.


    Nach dem Ende der Lehrzeit trennen sich die Wege der drei; Grandfather Stalking Wolf zieht sich zum Sterben in sein altes Stammesgebiet zurück, Rick geht mit seiner Familie nach Spanien, wo er später bei einem Reitunfall ums Leben kommt und Tom Brown jr. zieht für weitere 10 Jahre durch die Weiten des nordamerikanischen Kontinents, wo er seine Fähigkeiten und Techniken im Spurenlesen und Überleben in der Wildnis perfektioniert. Die zunehmende Entsagung jeglicher Hilfsmittel der Zivilisation wird dabei zu seiner Hauptprüfung, die er mit Bravour besteht und den Leser auf spannende Weise immer daran teilnehmen lässt.


    Gemäß seiner Vision gründet TBjr. 1978 die Tracker School und erhält die Gelegenheit, durch sein erstes Buch eine große Anzahl Menschen in Amerika zu erreichen. Es dauerte recht lange, bis er in Europa bekannt wurde.


    Heute beziehen sich aber viele Wildnislehrer in Deutschland namentlich auf Tom Brown jr. und wenn man genauer recherchiert, auf welchem Wege viele der uralten aber heutzutage so aktuellen Wildnisfähigkeiten, wie „Debris Hut“ „Flintknapping“ oder „Bow-Drill-Fire“ in die Bushcraft- und Survivalszene kamen, wird man als neuzeitliche Quelle Tom Brown jr. finden.




    Seine Bücher sind nicht unumstritten, seine geschilderten Fähigkeiten werden z.T. als nicht nachvollziehbar betrachtet und deshalb vereinzelt als Phantasterei abgetan.


    Ich möchte mich aber an dieser Diskussion nicht beteiligen, für mich sprechen die Bücher für sich und bieten stets eine Quelle der Erbauung.




    In Reihenfolge des Erscheinens:




    -“TheTracker“, Tom Brown´s classic true story




    - “The Search“, The continuing story of „The Tracker“, exploring the ancient art of the new survival




    - “The Vision“, Tom Brown´s profound, personal jou´rney into an ancient mystical experience, the Vision Quest




    - “The Quest”, The acclaimed outdoorsman shows how we can save our planet




    - “The Journey”, message of hope and harmony for our earth and our spirits –Tom Brown´s vision for healing our world




    - “Grandfather”, The incredible true story of a remarkable Native American and his lifelong search for peace and truth in nature




    - “Awakening Spirits”, For the first time, Tom Brown shares the unique meditation exercises used by students of his personal Tracker Classes




    - “The Way Of The Scout”, Tom Brown´s real-life apprenticeship in the ways of the scouts- ancient teachings as timeless as nature itself




    Darüber hinaus hat TBjr. Noch diverse “Field Guides” geschrieben, die mich aber alle nicht besonders begeistern konnten.




    Demnächst werde ich die einzelnen Bücher nach und nach hier vorstellen.




    So long: Parzival

  • Essbare Wildpflanzen
    200 Arten bestimmen und verwenden
    von Roland Spiegelberger, Jürgen Guthmann, Steffen G. Fleischhauer
    Ein einfach geschriebenes Buch, ideal für den Einsteiger in die Materie.
    Alle Pflanzen sind nach Blatt/Nadelform eingeteilt. Mit Bildern und Detailzeichnungen exakt erklärt. Bei jeder Pflanze wird auf mögliche Verwechslungen hingewiesen, einschließlich deutlicher Unterscheidungsmerkmale.
    Für diesen Bereich mein derzeitiger Favorit.

  • Für mich waren bereits als Kind Bücher sehr wichtig. Und vor allem habe ich Bücher über das Reisen geliebt. Weil die Vorstellung in die Welt hinauszuziehen wahnsinnig spannend für mich war. Und auch heute noch ist.
    Deswegen würde ich gern von euren Bücher hören, die ihr gelesen habt, die euer Nomadengen geweckt oder lebendig erhalten haben, bzw das immer noch tun.


    Ich möchte euch heut mal eines meiner Lieblingsbücher vorstellen. - Meine TRauminsel -
    Es wurde von Tom Neale geschrieben, der viele Jahre auf einer der Cookinseln gelebt hat, in völliger Einsamkeit und von dem lebend, was er dort vorfand. Sicherlich brachte er auch einiges an Ausrüstung mit, aber in unserem ausrüstungslastigen Zeitalter kommt es einem als sehr wenig vor, was er dabei hatte.
    Ein sehr spannendes Buch, was ich immer wieder und immer wieder lese.
    Zu Tom und der Insel Subarrow selber hier der foglen wiki-link http://de.wikipedia.org/wiki/Suwarrow - wobei im englischen Wiki sehr viel mehr steht. http://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Neale


    ich freu mich, wenn ihr eure Bücher mit mir teilt.

  • Für mich das beste Buch in diesem Bereich. Der Autor Johannes "Joe" Vogel ist studierter Biologe und betreibt seit Jahren selbst Bushcraft. Das heißt, der Inhalt ist nicht nur fachlich sehr fundiert, sondern wurde vom Autor auch selbst ausprobiert.
    Das Buch gibt nicht nur einen Überblick der Tiere, die in einer Notsituation relativ leicht zur Verfügung stehen, sondern auch detailliert Auskunft über deren Nährwert oder wie man diese zubereitet.
    Ideal für den interessierten Einsteiger, aber auch der Profi wird nicht enttäuscht.



    ---- von Ilves in den Bereich hier verschoben - hier gehören Buchtipps hin ;) ---------

  • Vorab: Ich habe diese und werde auch alle folgenden Buchvorstellungen immer selbst verfassen. Ich versichere, dass ich an keiner Stelle „guttenbergen“ werde, oder irgendwas „zusammengoogle“. Zitate werden mit Verweis gekennzeichnet.



    Hier kommt die Buchvorstellung von:


    Tom Brown jr. :„The Tracker“ (1978 )


    "The true Story of TOM BROWN,Jr.


    As told to William Jon Watkins "



    Auf Seite 5 beginnt die Beschreibung, wie Tom Brown im Alter von 8 Jahren über seinen Schulfreund Rick, den alten Apachen Stalking Wolf kennengelernt, und wie sich deren Schüler-Lehrerverhältnis entwickelt hat. Man erhält einen ersten Eindruck über den außergewöhnlichen und faszinierenden Charakter des alten Indianers, seines Enkels Rick und ihrer Beziehung zu Tom. Der Erzähler vermittelt zwischen den einführenden Beschreibungen bereits einen kurzen Querschnitt über die Art der Fähigkeiten, die die Kinder in den folgenden Jahren von ihrem Mentor lernen werden sollten.


    Bereits im zweiten Kapitel macht man über die Episode „Go ask the mice“ die Bekanntschaft mit dem berühmten „Coyote Teaching“ von Stalking Wolf, was eine alte indianische Form der Pädagogik ist, die keine direkte Antworten auf Fragen gibt, sondern mit anregenden Gegenfragen den Schüler zum kreativen Einsatz seiner Sinne und intuitiven Fähigkeiten bringt. Man bekommt bereits einen ersten Eindruck über die bemerkenswert ausgeprägte und holistische Aufmerksamkeit, die Stalking Wolf zueigen ist. Den Unterschied zu unserer typisch fokussierenden westlichen Art der Wahrnehmung wird durch plastisch erzählte Beispiele bereits sehr deutlich dargestellt.


    Über das Verhalten von bestimmten Tieren kann der Apache z.B auf das Vorhandensein anderer Arten schließen, die er gleichzeitig genau lokalisieren kann, ohne sie selbst gesehen oder gehört zu haben. Am Beispiel einer Eule demonstrierte er dies auf plastische Weise den Jungs, gab aber keine Hinweise, wie er sie genau entdeckte ohne sie gesehen zuhaben, bis auf den rätselhaften Hinweis: „Geht, fragt die Mäuse“.


    Das Ergebnis war, dass Tom und Rick zwei Wochen lang genau das Verhalten von Mäusen studiert haben, inklusive dem Verhalten ihrer Räuber und wie diese Muster in Beziehung zueinander stehen.


    Dabei dämmert dem Leser bereits eine zugrunde liegende Lebensphilosophie indianischer und eigentlich sämtlicher „primitiver“ Naturvölker: „Alles ist mit Allem verbunden, alles hängt voneinander ab, nichts existiert isoliert vom Anderen.“ Dieses Axiom zieht sich durch sämtliche Bücher Tom Browns und stellt eine der Essenzen der Lehren von „Grandfather „ Stalking Wolf dar.


    In weiteren Kapiteln vermittelt Tom Brown jr. spannend und anschaulich, wie er als Kind von Stalking Wolf gelernt hat, in der Wildnis, den jeweiligen Umständen angepasst, verschiedene Lager zu bauen und wie sie es sich dort unter widrigsten Wetterverhältnissen bequem machen konnten, aber auch, wie der alte Indianer die Kinder abgehärtet hat, was übersensiblen Eltern gewiss nicht gefallen würde. (Kapitel „Cold Training“)


    Das Spurenlesen, das „Tracking“ und die Übungen im Anpirschen, „Stalking“ genannt, sind weitere zentrale Themen von „The Tracker“





    Jedes Kapitel ist eine in sich geschlossene Geschichte, z.T. mit übergreifendem Bezug.


    Ein besonders spannendes Kapitel, „The Dog Tree“ erzählt ein Erlebnis, was Tom mit einem Rudel verwilderter Hunde hatte, wie er sich in letzter Sekunde auf eine Kiefer flüchtete und was er während der beiden Tage, die er dort ausharren musste erlebte, bis er schließlich mit List und Mut den wilden Hunden entkommen konnte.




    Im Kapitel „The Chickadee Survival“ beschreibt er die bewundernswerten Überlebenskünste der Meise im Winter und wie sein Lehrer Stalking Wolf ihm diese Eigenschaften detailreich auslegt und mit diversen anderen Überlebenstechniken aus dem Tierreich vergleicht. Die bescheidene und unscheinbare Meise übertrifft dabei alle. Das Kapitel gleitet in eine Epissode aus Tom Browns Pfadfinderzeit über. Parallel zu der Lehrzeit mit Stalking Wolf hatten seine Eltern darauf bestanden, dass er mit Rick zu den Pfadfindern geht. Dort gerieten sie in ihrem ersten Wintercamp in einen Blizzard, der völlig unverhofft über sie hereinbrach. Doch ihre indianische Erziehung hieß den Schneesturm als einen Freund und ein natürliches Ereignis willkommen, anders als die Boyscouttruppe, die samt ihrer Anführer zunehmend in hilflose Panik und Todesängste verfielen. Es gelang nur Tom und Rick für die 25 köpfige Truppe ein Feuer zu entfachen und in Gang zu halten, weil sie völlig ruhig blieben und sich auf die Wildnisfähigkeiten, die sie bei Stalking Wolf gelernt hatten, verlassen konnten. Am nächsten Morgen hatte ein Truck der Nationalgarde die Pfadfindergruppe erreicht, als Tom und Rick als einzige der Truppe ausgelassen im Schneesturm spielten und den Rettern die Frage, ob es der Gruppe gut ginge, mit völliger Selbstverständlichkeit bejahten und sie beinahe weggeschickt hätten, worauf der Pfadfinderleiter aufgelöst vor Entsetzen der Nationalgarde aus dem Zelt entgegenstürzte und Rick und Tom für verrückt erklärte.




    Das erste Buch von Tom Brown jr. verschafft einen Überblick über die Umstände der Begegnung mit Stalking Wolf, wie auch über die ungewöhnlichen Lehrmethoden und das aus westlicher Sicht völlig andere Weltbild einer versunkenen und fast ausgerotteten Kultur, die so tief verbunden mit anstatt gegen die Natur lebt.


    Dieses Wissen hilft Tom Brown jr. erfolgreich in unsere Gegenwart hinüber zu retten, wie es der Vision des Apachen Stalking Wolf entsprochen hatte. Doch das wird ausführlich in Tom Browns Buch „Grandfather“ beschrieben.

  • Dabei dämmert dem Leser bereits eine zugrunde liegende Lebensphilosophie indianischer und eigentlich sämtlicher ?primitiver? Naturvölker: ?Alles ist mit Allem verbunden, alles hängt voneinander ab, nichts existiert isoliert vom Anderen.?


    Hallo Parzival, schonmal vorab vielen lieben Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen. Wie man sieht, ist Tom Brown jr. für Dich nicht nur ein Autor. Was Du da schreibst mit der Lebensphilosophie: Genau an dem Punkt habe ich öfter schon auch bei Leuten hier aus dem Forum tolle Schnittmengen und Berührungspunkte gesehen. Ich denke darauf kann man doch aufbauen? Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen, wenn diese Philosophie auf einem der nächsten Treffen mal thematisiert wird. Bin neugierig auf mehr (und mein Wunschzettel wird länger und länger)

  • Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist ein „Schinken“ aus den 80er Jahren: Roland Huntford: „Scott und Amundsen“. Ich habe es schon mehrfach gelesen und bin immer wieder aufs Neue begeistert. Wahrscheinlich liegt es an der Faszination für die wirklich lebensfeindlichen Landschaften und die unterschiedlichen Ansätze in diesen bestehen zu können / wollen.



    In dem Buch werden die beiden Expeditionen zum Südpol beschrieben und vor allen Dingen die gänzlich verschiedenen Angehensweisen dargestellt. Während Scott mit wenig Erfahrung und schlechter Führung die Natur einfach nur „heroisch“ bezwingen wollte, „siegte“ Amundsen dank bester Vorbereitung und Kenntnissen, die er sich u.a. bei den Ureinwohnern polarer Regionen aneignete. Gerade die „philosophischen Unterschiede“ (Kampf gegen die Natur / Überleben in bzw. mit der Natur) finde ich ausgesprochen interessant.



    Lustigerweise habe ich das Buch letztmalig gelesen, als gerade im Fernsehen die Doku „Der Wettlauf zum Südpol“ lief. Nicht dass ich die Leistung der Teilnehmer schmälern möchte, aber Promis auf Abenteuerlaub mit perfekter Logistik und „Backup-Team“ im Hintergrund finde ich langweilig. Andererseits fand ich die gruppendynamischen Vorgänge bei dem „Wettlauf“ ganz belustigend.

    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit." Wilhelm Humboldt, 1767-1835

    Edited once, last by smeagol ().

  • Vor etwa einem Jahr geschrieben:


    Moin,


    Ich wollte Euch mal ein paar Bücher vorstellen die ich selbst zu Hause habe und einen kleinen persönlichen Eindruck zu jedem Buch abgeben (auf die nackte Beschreibung der Bücher möchte ich hier verzichten, die kann man bei amazon und anderen Händlern sicher auch nachlesen.



    PB230047[1] von wildhog9910 auf Flickr


    1. Rüdiger Nehberg: "Überleben ums Verrecken"


    Nehberg hat hier im Prinzip sein Survivallexikon in Prosaform gepackt und sein Wissen zu allen Survivalbereichen (vom Überleben in der Wildnis bis hin zu Geiselnahmen, Krieg und Terror) niedergeschrieben. Die Texte lesen sich wie ich finde recht flüssig und durch seine amüsante Art bleibt einem selbst bei ernsteren Themen ein Schmunzeln im Gesicht stehen. Abgerundet werden die schriftlichen Beiträge durch Zeichnungen sowie ein paar Bildern aus Nehbergs Leben. Viele Dinge die er beschreibt finde ich sehr einfach in die Praxis umzusetzen, bei einigen anderen Sachen bedarf es glaub ich mehr Übung. Jedenfalls zielt "Überleben ums Verrecken" nicht nur darauf ab mit Messer und Angelhaken in die Wildnis zu spazieren, sondern darauf sich in allen erdenklichen Situationen zu behaupten. Selbst wer nicht auf einen Survivaltrip aus ist: Rüdiger Nehberg hat auch viele Tipps für Trekker und Motorradfahrer usw. auf Lager. Dieses Buch gehört jedenfalls definitiv zu meinen Lieblingsbüchern!


    2. Hugh McManners: "Survival Total"


    Das Buch ist wirklich vollgepackt mit Informationen. Was mich stört ist zum Beispiel die Bildauswahl. So sehen die Notunterkünfte des Autors und auch beispielsweise Kochstellen auf den Fotos mehr als "lüttig" aus. Es reicht zwar um das Prinzip zu verstehen, aber wer einfach nur stur irgendetwas nachbauen möchte wird nach einer Nacht in so einem Klappershelter sicher sehr frustriert wieder aufwachen! Andersherum werden Grafiken zu bestimmten "Skills" gezeigt, wo ein Foto meiner Meinung nach aussagekräftiger gewesen wäre. Nichtsdestotrotz enthält das Buch eine Fülle guter Tipps, auch in Hinblick auf Zusammenstellung der Ausrüstung und Erste Hilfe. Naturgewalten und Wahl des richtigen Lagerplatzes werden ebenfalls recht umfassend erklärt. Es ist jeweils nur ein kleiner Einblick in die einzelnen Themenbereich, aber dass ist gerade für Einsteiger interessant, die sich nicht mit einer ganzen Bibliothek abmühen wolllen. Zum Mitnehmen ist das Buch allerdings nix, dafür ist es zu groß.


    3. Jan Boger: "Alles über Survival"


    Zugegeben, was der Titel verspricht kann das Buch nicht halten. Wirklich gut sind die einleitenden Kapitel, die sich ein wenig mit der Geschichte des Survival befassen und auch anhand einiger Fallbeispiele wird anschaulich dargestellt dass Survival entweder funktioniert oder ganz fürchterlich in die Butze geht. Auch auf die psychologische Seite wird näher eingegangen, was noch lange nicht bei allen Survivalbüchern der Fall ist. Das Kapitel über Notnahrungen finde ich ganz interessant (diesem Buch habe ich es unter anderem zu verdanken dass ich stets eine Packung Erbswurst im Rucksack habe :D ) denn es beleuchtet sowohl die militärischen Rationen wie auch die zivilen "Globetrottervarianten". Nicht zuletzt gibt es aber auch Tipps wie man sich preiswert aus dem Kaufhaus versorgen kann ohne zuviel Gewicht mitzuschleppen. Das Kapitel über essbare Pflanzen ist ebenfalls nur ein kleiner Einblick und jemand der sich ernsthaft mit der Materie auseinandersetzen möchte kommt nicht umhin sich Sekundärliteratur zu besorgen. Als ich mir dass Buch vor einigen Jahren gekauft habe fand ich es total spitze, die Begeisterung hat mittlerweile etwas nachgelassen, denn es gibt tatsächlich bessere Survivalbücher.


    4. Volker Lapp: "Wie helfe ich mir draußen"


    Dieses Buch ist klein, passt in jede Tasche und ist vollgepackt mit Infos. Egal ob man zu Fuß oder mit dem Fahrzeug unterwegs ist, es gibt zu allen Themen wissenswertes. Neben Abhandlungen über Orientierung, Nahrungssuche, Wetterkunde und dem Auffinden von Wasser gibt es auch viele medizinische Tipps für Mensch und Tier. Die einzelnen Gebiete sind jeweils knapp zusammengefasst, bieten deshalb keinen umfassenden Lehrplan. Aber als Gedächtnisstütze nach dem Motto "wie war das noch" ist das Buch super. Der Vorteil ist, man kann es wirklich überall mit hinnehmen und hat stets ein umfassendes Kompendium am Mann (oder der Frau)


    5. Rüdiger Nehberg: "Abenteuer Urwald"


    Eigentlich befasst sich "Abenteuer Urwald" in erster Linie mit dem letzten großen Dschungelabenteuer des Survivalaltmeisters. Aber nichtsdestotrotz findet sich im Text immer wieder der Hinweis auf wichtige Verhaltensweisen. Gut erklärt wird auch, was Nehberg noch von den Indianern lernen konnte. Interessant fand ich, dass die Indianer selbst Nehberg für durchgeknallt hielten weil es absolut irre sei alleine ohne Ausrüstung durch den Dschungel zu stapfen :mrgreen: Im zweiten Kapitel des Buches werden noch Erfahrungen mit dem Hochstapler "Tatunca Nara" beschrieben, was sich stellenweise wirklich wie ein Krimi liest. "Abenteuer Urwald" ist kein Nachschlagewerk, aber trotzdem vollgepackt mit Wissen!


    6. Rainer Höh: "Outdoor Praxis"


    Hier ist eigentlich alles drin beschrieben was das "Outdoorerherz" begehrt. Es geht weniger um Survival als um das Richtige Verhalten beim Trekking, Wandern und dergleichen. Es gibt eine große Abhandlung über diverse Kocher, Feuerarten, Ausrüstungsteile und nicht zuletzt eine große Zahl an Kochrezepten und Packlisten. Es werden auch Themen wie Wintertrekking, Orientierung, Knoten, Wildnisleben und Überqueren von Gewässern behandelt. Ich persönlich finde die Zeichnungen und Bilder mehr als aussagekräftig und hilfreich. Die Beschreibungen und Anleitungen sind locker geschrieben, verständlich und auch tatsächlich in die Praxis umsetzbar. Daher hat das Buch den Titel OutdoorPRAXIS mehr als verdient. Ich finde, mit diesem Buch können selbst Fortgeschrittene nichts falschmachen, da es eine Fülle an Infos enthält.


    7. Rüdiger Nehberg: "Survival Handbuch"


    Das Survivalhandbuch richtet sich in erster Linie an die ganze Familie und zielt darauf ab, Kinder (und auch Erwachsene!) in das Wildnisleben einzuführen. Neben Bastelanleitungen (Iglus, Schwitzhütten, Kochgeschirr, Überlebensausrüstung usw.) geht Nehberg hier aber auch einen erzieherischen Weg: Der Respekt vor Mensch, Tier und Umwelt und das verantwortungsbewusste Handeln in der Natur stet immer im Vordergrund. Die Bilder in dem Buch zeigen, dass die beschriebenen Dinge auch wirklich von Kindern in die Tat umgesetzt werden können. Ich freue mich schon drauf wenn meine Tochter alt genug ist, damit wir alle zusammen die Sachen ausprobieren können :mrgreen:


  • PB230048 von wildhog9910 auf Flickr



    1. Tode Yve: "Grünholz schnitzen"


    Eigentlich für Kinder und Jugendliche gedacht, aber auch Erwachsene können hier durch die reich bebilderten Anleitungen noch etwas lernen. Es wird gezeigt wie man aus frischem Holz einfache Gebrauchsgegenstände herstellt (Wäscheklammern, Löffel, Spatel, Becher usw.) Ich finde die Anleitungen leicht verständlich und nachvollziehbar. Darüberhinaus werden auch die richtigen Holzarten thematisiert.


    2. Louis Espinassous: "Hütten von Kindern selbst gebaut"


    Okay, noch ein Kinderbuch. Ich mag Kinderbücher weil ich selbst wohl nie erwachsen werden wollte :mrgreen: . Natürlich richtet sich das Buch an Eltern, die mit ihren Kindern Hütten, Unterstände, Burgen und sonst was bauen wollen. Aber viele Dinge kann man auch so gebrauchen: Der Bau eines Lean-To, Iglu, Tipi und sonstige Wildnistaugliche Unterkünfte. Die Beschreibung ist selbstverständlich "kinderleicht" und die Bilder sind für kleine Racker gedacht. Aber mich hatte es überrascht, dass wirklich einschlägig bekannte "Survivalbauten" hier zur Anwendung kommen!


    3. Klaus Eicheler: "Handuch für Pfadfinder"


    Ganz Ehrlich?? Ich hatte es noch nie so recht mit den Pfadfindern. War mir immer zuviel "Heile Welt". Bei uns in der Gegend waren die Pfadfinder auch mehr ein Laternenbastelverein, gezeltet wurde da eigentlich nie. Deswegen waren mir die Pfadis immer suspekt. Bis ich dieses Buch in der Hand hielt! Der Autor hat hier eine Menge Praxisbezogener Anleitungen (hauptsächlich Zeichnungen) zu allen möglichen Dingen zusammengefasst. Die Palette reicht von einfachen Basteleien über Knoten bis hin zu komplizierten Lagerbauten. Es finden sich Tipps zur Ersten Hilfe, zur Orientierung und Wetterkunde und vielen anderen Wildnistauglichen Sachen. An dem Buch finde ich gut dass es wirklich nur aus Anleitungen besteht, dass heißt es gibt kein unnötiges Geschwafel. Selbstverständlich (liegt ja in der Natur der Sache) gibt es auch eine Menge Pfadfinderthemen mit denen ich nix anfangen konnte. Aber soviel Praxiswissen in einem Buch und zu dem Preis, da kann man auch als erwachsener Nichtpfadfinder nix falsch machen denke ich.


    4. Chris Lubkemann: "Kleine Schnitzereien"


    Von dem Buch bin ich etwas enttäuscht gewesen, weil es wirklich nur die Verarbeitung von Klein- und Kleinstholz thematisiert. Witzig finde ich allerdings die Anekdötchen des Autors, sowie einiger guter Tipps, sich einen Campingtag angenehm zu gestalten. Wer kreative Anregungen für die Zeit am Lagerfeuer sucht und ein scharfes Messer hat wird hier bestimmt fündig. Ich konnte leider das Wenigste davon gebrauchen.


    5. Ingemar Nyman: "Das Outdoor-Handbuch"


    Dieses Buch richtet sich wohl eher an Leute die sich mit dem "Draußensein" noch nie so recht beschäftigt haben. Alte Füchse werden hier nichts Neues finden. Der Autor beschreibt die wichtigsten Werkzeuge und deren Pflege und reißt Themen wie Unterkunft und Lagerfeuer an. Was mir gefiel war das Kapitel über diverse Basteleien egal ob nur zum Anschauen (Puppen, Wasserräder usw.) als auch zum Benutzen (Löffel, Körbe, Teesiebe usw.). Wenn man andere Menschen an die Themen "Outdoor" und "Survival" heranführen will, kann man das Buch jedoch als guten Handlungsleitfaden benutzen.


    6. Carsten Bothe: "Draußen leben wie die Trapper"


    Mittlerweile gibt es eine Neuauflage mit dem Titel "Trapperwissen", keine Ahnung was sich da geändert hat, deswegen bezieht sich meine Meinung auf die Erstausgabe! Der Titel für das Buch ist sehr reißerisch, denn es wird alles Mögliche behandelt aber nicht wie man draußen lebt. Der Autor stellt sich gerne selbst als Crack dar und gibt teilweise schon ganz gute Anleitungen. Wenn man die Bilder dann allerdings sieht stellt man schnell fest dass er selbst nicht so den blassen Schimmer zu haben scheint. Was mich stört sind die Hinweise auf andere Bücher des Autors mitten im Text (Selbstwerbung macht man im Anhang!) und die Tatsache dass alle möglichen gezeigten Ausrüstungsgegenstände das Sortiment des Verlagseigenen Online-Shops umfassen. Wer noch nie in seinem Leben draußen übernachtet hat und dass auch niemals tun möchte, sich aber trotzdem für Wildnisleben interessiert wird hier nicht enttäuscht. Tatsächlich schreibt der Autor recht locker und humorvoll aber alles in allem ist das Buch zu oberflächlich und für die Praxis wenig bis garnicht zu gebrauchen.


    7. Zellner/Hoffmann: "Wildkräuter und Wildfrüchte"


    Wer draußen unterwegs ist sollte sich mit der Natur auskennen denke ich. Ich selber habe hier sehr viel Nachholbedarf, daher habe ich dieses Bestimmungsbuch meistens dabei. Es ist klein, robust und günstig, daher kann man wohl nicht viel falschmachen. Das Bestimmen der Pflanzen ist simpel und nachvollziehbar erklärt, auch die Verwendung der Pflanzen findet Erwähnung. Ich denke es ist peinlich wenn jemand mit einer 1000 € teuren Wildnisausrüstung an einem Maiglöckchen stirbt, weil er es für Bärlauch hielt :mrgreen: daher kann solche Literatur im Bücherregal sicher nicht schaden.


    8. GU Kompass "Pilze"


    Pilze sind als Notnahrung sicher nicht zu gebrauchen, der Speisewert ist gering und benötigt mehr Energie zum Suchen als dass diese kleinen Köppe einem wiedergeben könnten. Aber Naturfreunde sind den kleinen Leckermännern trotzdem nicht abgeneigt und mit diesem Buch hat man einen großen Überblick über die heimischen Arten. Was ich an diesem Buch gut finde: Das Bestimmen ist durch die zahlreichen Bilder und die umfassende Beschreibung selbst für Anfänger sehr leicht, es gibt zu jedem Pilz Hinweise auf mögliche giftige Doppelgänger. Ich habe dank des Buches jedenfalls einige schmackhafte Pilze gefunden die ich allein aufgrund des hässlichen Äußeren stehen gelassen hätte. Ich bin jedoch kein Pilzexperte und beschränke mich beim Sammeln eigentlich nur auf Arten die ich gut kenne oder die anhand des Buches ZWEIFELSFREI bestimmbar sind. Im Zweifel ist der Rat eines Fachmannes unerlässlich!

  • hier noch einige Bücher zwar nicht direkt mit "Wildniswissen" zu tun haben, aus denen man aber meiner Meinung nach trotzdem einiges lernen kann:



    PB230049[1] von wildhog9910 auf Flickr


    1. Bo Bergmann: "Schwedenmesser"


    Messer gehören zum Outdoorleben dazu. Im Handel gibt es eine unüberschaubare Anzahl an brauchbaren und unbrauchbaren Messern, die Preisspanne reicht von billig bis unbezahlbar. Und trotzdem ist einfach schonmal nicht das Richtige für einen dabei. Es gibt mittlerweile gute Internetshops bei denen man gute Qualitätsklingen zu einem vernünftigen Preis erwerben kann. Wer dann noch Holz zu Hause hat (und selbst das kann man günstig bestellen) und handwerklich nicht völlig ungeschickt ist, kann sich für schmales Geld ein richtig gutes (und vor allem einzigartiges) Messer selbst machen. Ich empfehle dazu dieses Buch: Es befasst sich ausschließlich mit der skandinavischen Messerform. Hier werden verschiedene Werkzeuge, Hintergrundwissen und zahlreiche Messerformen vermittelt. Das Buch ist reich bebildert und die Anleitungen verständlich. Auch der Bau der Messerscheide wird erklärt (Die Spanne reicht von einfach bis Kunsthandwerk!) Ich blättere jedenfalls oft in diesem Buch!


    2. Colin Jarman: "Knoten"


    Dieses Knotenbuch richtet sich in erster Linie an Segler (die meisten Knoten wurden ja nunmal auch in der Seefahrt erfunden und perfektioniert) aber auch in Feld, Wald und Wiese kann man viele der Knoten verwenden. Besonders interessant finde ich den "Verzurrknoten", der wie ein Flaschenzug funktioniert und unter Last große Gewichte sichern kann. Aber auch einfache Knoten werden erklärt und grafisch sehr anschaulich dargestellt.


    3. Vincent Kluwe-Yorck: "Kleines Angel-ABC"


    Das Kleine Angel-ABC ersetzt natürlich keinen Fischereikurs, aber wer wie ich den Schein vor zig Jahren gemacht hat, ein Gedächtnis wie ein Sieb hat und nur gelegentlich angeln geht kann das Buch gut als Spickzettel benutzen. Es werden die gängigsten Fischarten erklärt und wie man ihnen an welcher Stelle am Besten beikommt.


    4. Mick Conefrey: "Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt"


    Wer wissen möchte wie die früheren Entdecker auf Expedition gegangen sind und mit wie viel oder wie wenig siei auskamen, der sollte sich dieses Buch zulegen! Hier finden große Namen wie Shackleton und Heyerdahl ihren Platz und in sehr humorvoller Art und Weise werden die Gegebenheiten früher Abenteuer aufgearbeitet. Ich denke man findet hier auch (neben vielen unsinnigen und nicht ernstgemeinten) gute Tipps für heutige Unternehmungen. Denn die Geisteshaltung der Expeditionsleiter entscheidet oft schon im Vorfeld über Gelingen oder Versagen :mrgreen:


    5. Michael Holzach: "Deutschland umsonst"


    Mein absolutes Lieblingsbuch! Anfang der 80er begab sich der Autor zu Fuß auf eine Reise durch Deutschland. In nachvollziehbarer Art und Weise beschreibt er seine persönlichen Erfahrungen mit allen möglichen Menschen, die ihm zugetan oder abgeneigt waren. Es ist bewundernswert wie er ohne Kohle auf der Tasche anschließend auch noch einen Hund aufgenommen und mit durchgefüttert hat. Mich hat bewegt wie er seine Beziehung zu dem Tier beschreibt, dass anfangs so kränklich war und dem er keine große Überlebenschance zugestanden hatte. Traurig ist allerdings die Nachgeschichte zu dem Buch. Eines Tages fiel der Hund in einen Kanal und Holzach wollte ihn retten. Der Hund konnte sich retten, Michael Holzach jedoch ertrank bei der Rettungsaktion :cry:


    6. Jon Krakauer: "In eisigen Höhen"


    Der Autor nahm selbst an einer Everestexpedition teil in dessen Verlauf es zu einem tragischen Unglück kam. Er beschreibt eindrucksvoll (er ist selbst erfahrener Bergsteiger, hatte sich zum Everest jedoch "breitschlagen" lassen) wie unvorbereitet manche Bergsteiger am Everest das schnelle Abenteuer suchen. Selbst wer kein Bergsteiger ist (so wie ich :smoke: ) kann hier eindrucksvoll nachlesen wie verhängnisvoll die falsche Vorbereitung, die falsche Ausrüstung, die falsche Selbsteinschätzung, der Kommerz oder auch alles zusammen sein kann. Natur bleibt eben Natur und die lässt sich nicht bezwingen. In eisige Höhen ist meiner Meinung nach ein Zeugnis dafür, der Natur mit etwas mehr Demut zu begegnen!


    7. Klaus Denart: "Fernsüchtig"


    Fernsüchtig ist eigentlich eine Sammlung verschiedener Reportagen und Reiseberichte und enthält teilweise auch nur Ausschnitte aus anderen Büchern des Verlages. Mir haben nicht alle Kapitel gefallen, aus manchem bin ich nicht schlau geworden. Teils fehlte einfach der Zusammenhang, weil nur ein Teil der Geschichte erzählt wird. Trotzdem taugt der Titel (zumindest bei mir), denn auch hier geht es um Schicksale, um Naturerfahrung, um Erfahrungen mit anderen Kulturen und dergleichen. Das eine oder andere aus diesem Buch kann man auch für sich verwenden wie ich finde.

  • Fall jemand Interesse hat, an den raren Ausgaben einiger Bücher von Tom Brown jr, die es einmal in einer einzigen Auflage auf deutsch gab (Ansata Verlag, 90er Jahre), schreibt mir bitte eine PN, ich hätte da was für euch. (.. :unschuld Das hört mit pdf auf :cool ) ...

  • Ich dachte ichwerd auch mal wieder nen fleißigen Input liefern, also werd ich mal n paar Buchtips los:


    In der schier unübersichtlichen Welt der Survival Literatur gibt es vieles was man lesen kann, einiges was man lesen sollte und nur wenig was vollkommener Unfug ist. Ich hab sehr viele davon in den Fingern gehabt und natürlich lernt man aus den meisten immer mal wieder was neues. Für denjenigen der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte gibt es aber natürlich auch vieles, was nicht unbedingt die gewünschte Wissensdichte beinhaltet – verschwendetet Zeit will ich das nicht nennen, aber es geht effektiver. ;)Meine Vorschläge beinhalten ein praktisches Outdoorbuch, ein technische Survivalbuch, ein Buch zur Survivalpsychologie, ein Buch für den Bereich Bushcraft und ein Buch mit „altem Bushcraftwissen“. Die Bücher sind so kombiniert, dass sie eine möglichst geringe inhaltliche Schnittmenge aufweisen, zudem sind sie allesamt relativ günstig und leicht verfügbar. In fast alle Bücher kann man bei Amazon reinlesen, das Angebot solltet ihr nutzen...
    Hier also nun die fünf Bücher, die ich für absolut unabdingbar halte und zu 100% empfehlen kann (auch gerade in dieser Reihenfolge). :


    1. Rainer Höh – „Outdoorpraxis“. Um im Busch zu Überleben ist die wichtigste Komponente eine detaillierte Vorbereitung und korrekte Durchführung des Wildnisaufenthalts – sprich, alles bevor es zur (vermeidbaren) Katastrophe kommt.
    Rainer Höh geht in diesem Buch auf eine Vielzahl von Themen von Ausrüstungskunde über Verpflegung bis hin zur Navigation mit Kompass und Karte, Fortbewegung im Gelände und einzelnen Survivalelementen. Dies ist zwar kein Survivalbuch im engeren Sinne, aber es beinhaltet die essentiellen Dinge, die jeder wissen sollte, der sich auf eine etwas knackigere Tour begibt. Auch finde ich, dass jeder Anfänger auf dem Gebiet sich zunächst mit diesem Themenbereich beschäftigen sollte. Man muss das Buch nicht lesen wie eine Bibel, aber praktisch alle wichtigen Bereiche werden ausführlich und genau erörtert und man merkt die Erfahrung des Autor. In meinen Augen das beste Buch zum Thema Trecking/Outdoor.
    http://www.amazon.de/Outdoor-P…TF8&qid=1288881215&sr=8-1


    2. US Air Force Survival Manual (FM 64-4). Dies ist das mehr oder weniger offizielle Handbuch zum SERE-Kurs, der eigentlich jedem ein Begriff sein sollte. Es handelt sich bei diesem Buch um ein nahezu vollständiges Survival-Kompendium und ein großer Teil der anderen Autoren schreibt hier ab. Klar, kein Survivalbuch kann komplett sein, aber dieses kommt an den Status am nähesten dran (sieben Seiten Inhaltsverzeichnis!). Es deckt alles mögliche von der Survivalpsychologie, über Infos zu den verschiedenen Ökozonen des Planeten, den obligatorischen Survivalthemen (incl. Fortbewegung in der Natur, Rettungsmissionen, Wüsten-, Winter- und Sea Survival, etc.) bis hin zu einem sehr guten Teil über Evasion & Escape, sowie einem Excellenten ABC-Teil. Das beste ist aber, dass nur no-nonsense Techniken vorgestellt werden, die sich auch tatsächlich in der Natur bewährt haben. Nicht so ein unüberprüfter Stuss, den so manch ein anderer Autor von sich gibt… Obwohl es für den militärischen Bereich konzipiert ist kann auch der Zivilist auf jedem Level sehr viel daraus lernen. Negativ fällt lediglich der Field-manual typische Schreibstil auf. Gemütliches lesen ist anders, hier wird alles knackig durchdefiniert und in Stichpunkten geliefert. Das englisch ist jedoch relativ einfach zu verstehen. In meinen Augen dennoch das beste und umfassendste technische Survivalbuch auf dem Markt.
    Dieses Grundlagenwerk war eine ganze Weile nicht zu bekommen, aber inzwischen gibt es Neuauflagen für den zivilen Markt. Achtung, nicht verwechseln mit den US Army Manuals die zwar im Netz gut verfügbar sind und auch durchaus gut sind, aber nicht annähernd so umfangreich wie das FM 64-4 sind!!!
    http://www.amazon.de/U-S-Air-F…1288881288&sr=1-1-catcorr


    3. Laurence Gonzales – „Deep Survival – who lives, who dies and why“. Ein absolut herausragendes Werk aus dem Bereich der Survivalpsychologie. Der Titel ist Programm, der Autor hat einen unglaublichen Wissensschatz auf dem Gebiet und analysiert eine Vielzahl von (z.T. bekannten, z.T. unbekannten) Unfällen, geht dabei intensiv auf die moderne Psychologie und Hirnphysiologie ein und hat zudem die gesamte moderne Fachliteratur im Blick. Zudem ist er in der Lage aus diesen Analysen präzise und einfache Regeln zu formulieren. Das klingt sehr trocken, ist aber dennoch sehr kurzweilig und angenehm zu lesen. Definitiv eines der herausragendsten Bücher die ich je gelesen habe! Von diesem Buch kann jeder profitieren und ich möchte es, da es relativ unbekannt ist, vor allem den Fortgeschrittenen ans Herz legen!
    Einziger Wermutstropfen: Man sollte im Englischen schon relativ Sattelfest sein um was von diesem Buch zu haben.
    http://www.amazon.de/Deep-Surv…-de&qid=1288881371&sr=1-1


    4. Mors Kochanski – „Bush Craft“. Kommen wir nun in den Bereich Bushcraft. Mors Kochanski ist in der Masse nicht sehr bekannt, aber trotzdem eine wichtige Figur in der Bushcraftszene. Er ist eine absolute Kapazität was Bushcraft in der nördlichen Wildnis angeht. U.a. hat er auch andere, deutlich bekanntere „Survivalstars“ wie Ray Mears und Cody Lundin massiv beeinflusst. Auch der Begriff Bushcraft in der heutigen Verwendung geht auf Mors Kochanski zurück.
    Sein Buch ist ganz anders strukturiert als die anderen Survivalbücher und deckt auf excellente Art und Weise sowohl Einführungsthemen wie den korrekten Umgang mit Messer, Axt und Säge ab. Kommt dann über Themen wie Feuer, Shelter, Schnüre, Campinfrastruktur und Kochen zu detailierteren Dingen der Holzbearbeitung und deckt dann schließlich noch die wichtigsten Tiere und Bäume im hohen Norden ab. Auch hier gilt 100% authentisches und pragmatisches Wissen, keine dummen Spielereien. Wer sich gelegentlich im hohen Norden rumtreibt wird das Buch lieben, aber auch in Mitteleuropa lässt sich vieles vom präsentierten Wissen anwenden. Dieses Buch eignet sich zudem sehr gut als technische Einstiegsalternative zum FM 64-4.
    Insgesammt ein absolut phantastische Buch zum Thema Bushcraft.
    http://www.amazon.de/Bush-Craf…d=1288881411&sr=1-2-fkmr1


    5. Zu guter letzt noch eine Neuauflage eines Klassikers: Ellsworth Jaeger – „Wildwood Wisdom“. Dieses Buch ist eine wunderbare Zusammenstellung von Lebens- und Überlebenstechniken aus der Zeit der Siedler, Mountainmen und Indianer in Nordamerika. Wer sich mit dem Thema „Living off the land“ beschäftigt ist hier ziemlich gut beraten. Im Buch wird zunächst eine Vielzahl primitiver Werkzeuge, Bekleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände erläutert. Zudem wird neben Standards wie Feuer und Shelter allerlei zum Transport (Kanu, Packpferde, primitive Rucksäcke,…) und Fortbewegung erzählt. Dann geht es vertiefend in Richtung Lagereinrichtung und -ausstattung sowie praktischen Basteleien und Indianerwissen. Das Buch ist ein wahrer Schatz an Wissen und zeigt viel was heute in Vergessenheit geraten ist. Man merkt dem Buch zwar an, dass es schon gut 60 Jahre auf dem Buckel hat, aber dennoch ist es eine gute Ergänzung zur „normalen“ Survivalliteratur und jeden Cent wert.
    http://www.amazon.de/Wildwood-…936070129/ref=pd_sim_eb_7


    Zusätzlich empfehle ich jedem sich einen vernünftigen Naturführer zu besorgen! Dazu will ich keine konkreten Tips geben, da jeder seine eigenen Schwerpunkte hat und in einer anderen Region lebt bzw. andere Gebiete bereist. Es kann z.B. sehr interessant sein sich mit dem Fährtenlesen zu beschäftigen. Auch Wildkräuter/ Wildgemüse, Tierkunde, Baumkunde, traditionelle Ressourcennutzung, etc. bieten vielfältige Vertiefungsgebiete.


    Grundsätzlich fällt das zwar nicht unter Naturführer, aber imho ist es nicht unbedingt verkehrt in den Bereich der Jagdausbildungsliteratur zu schauen. Dort wird viel gelehrt, was für Naturinteressierte auch nützlich oder sinnvoll ist. Es gibt zwar bessere Bücher zu allen Einzelthemen und einiges aus dem Inhalt wird für Nichtjäger wohl kaum interessant sein, aber ich finde z.B. Krebs – „Vor und nach der Jägerprüfung“ (http://www.amazon.de/Vor-nach-…1288882866&sr=8-1-catcorr ) liefert eine ganz gute Übersicht über Wildkunde, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Jagdwesen. Man sollte aber auch nicht als Gesetz sehen was da drinne steht, da ist schon ziemlich viel jagdliche Färbung drin. Zudem sind die jagdlichen Themen für Survivalisten auch nicht verkehrt und man hat grob eine Ahnung davon, was so mancher „Volltrottel in grün“ so von sich gibt. Das nur als kleiner Exkurs vom Thema…


    Alle fünf aufgelisteten Bücher sind so, dass sie sowohl für den Anfänger gut geeignet sind, aber dennoch auch für jeden Fortgeschrittenen oder Vollprofi viel Wissenszuwachs liefern können. Wer schon gute Erfahrungen im Trecking- / Wildnisreisebereich hat mag freilich auf das erste Buch verzichten können und wem der Bereich Bushcraft nicht so liegt, der mag das letzte Buch weglassen. Ich bin aber der Meinung, dass es nicht schaden kann diese Bücher gelesen zu haben und garantiere, dass jeder in beiden Büchern noch einiges dazulernen wird, sein Spektrum erweitert und neue Anregungen erhält! Selbstverständlich erhebt die Liste nicht den Anspruch ultimativ oder vollständig zu sein, aber wie ich finde ist sie eine extrem sinvolle kombination, mit der man schon seeeeeeeeeeeeeeehr weit kommt…


    So und jetzt ran an die Bücher!


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Das Pflanzenbuch von ihm habe ich nicht, interessiert mich auch nicht, solange ich mich in Mitteleuropa bewege und nicht in Amiland.
    Da ist die Pflanzenwelt so dermaßen anders, dass ich lieber die Finger von einem amerikanischen Pflanzenführer lasse.
    Ich habe grade in einem anderen Thread dieses Buch hier empfohlen:
    http://www.amazon.de/Essbare-W…TF8&qid=1325861432&sr=8-1
    Da gehts um essbare einheimische Pflanzen. das Buch ist sehr sehr gut.
    Viele Grüße von Parzival

  • Danke.
    Es ging mir nicht umbedingt um ein Fach-Bestimmungsbuch (da kenn ich genug Resourcen), dachte mir eher dass werter Brown in seinen Werken vermehrt auch auf die praktische Verarbeitung und Zubereitung im Feld eingeht, das hätte mich interessiert.


    Btw, eine excellente Quelle für (englischsprachige) Fachliteratur zum Thema Wildlife, Science and Enviroment ist diese Seite hier, kann ich schwerstens empfehlen, sehr viel Auwahl:
    http://www.nhbs.com/index.php
    Vielleicht interessierts ja den ein oder anderen...

  • Hier ein Buch zum kostenlosen herunterladen , das "Handbok Överlevnad" von Lars Fält.


    http://www.bushcraftuk.com/downloads/pdf/h_overlevnad.pdf


    Es ist das Handbuch des schwedischen Militärs , leider auf Schwedisch. Die Bilder erklären aber vieles.


    Man sollte sich wegen dem Miltärischen nicht abschrecken lassen , Lars ist in Schweden was Bushcraft betrifft die Nr1 , übrigens auch ein Freund von Ray Mears.


    Viel Spaß beim durchstöbern.

  • Passend zum Handbook Överlevnad gibt es auch noch das Buch Vintersoldat. Ebenfalls vom schwedischen Militär (also hauptsächlich von Lars Fält) und mit Fokus auf Wintersurvival. Ist sogar n Bild von Lars Fält zum Thema leichte Erfrierungen drin. :beten
    Das Buch ist auch im Netz zu finden:
    http://www.oldjimbo.com/Outdoors-Magazine/vintersoldat.pdf


    Das Lernen einzelner, isolierter Bushcraftskills ist ähnlich wie das Anhäufen von unbenutzter Ausrüstung:
    ein recht kümmerlicher Ersatz für große Abenteuer...

  • Zur Zeit meine drei absoluten Favoriten:


    "Survive: Katastrophen - Wer sie überlebt und warum" von Amanda Ripley
    Grundthema ist das Gleiche wie bei "Deep Survival" von Laurence Gonzales, was Ravenheart ja schon beschrieben hat, also Survival Psychologie. Ripley beschreibt anhand vieler, vieler Erfahrungsberichte in ihrem Buch den "Überlebensbogen" - drei Stadien, die jedes Opfer einer Katastrophe durchlebt. Weiterhin geht sie auf die typischen Verhaltensmuster von Betroffenen ein. Ich finde es wunderbar kurzweilig geschrieben und sehr informativ!


    "Survival Handbuch - Naturkatastrophen" von Matthias Faermann
    Endlich mal ein Buch, was die wirklich relevanten Zivilisations-Notfälle auf den Punkt bringt. Es ist eher ein Nachschlagewerk zu den einzelnen Themen, das Hintergründe zu den wichtigsten Gefahren (Überflutung/Hochwasser, Wind und Sturm, Blitzschlag, Schnee und Eis, Erdbeben, Vulkanismus, Feuer, Chemieunfälle und Radioaktivität), Vorkehrungen sowie die richtigen Verhaltensweisen erläutert. Und es hat ein wirklich schönes handliches Format!

    "When All Hell Breaks Loos: Stuff You Need to Survive When Disaster Strikes"
    von Cody Lundin
    Der Autor ist ja sicher einigen bekannt. Gibts leider nur auf Englisch. Es ist mit Abstand das beste Buch, was ich in den letzten Jahren über Urban Survival gelesen habe! Die Aufmachung ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber das Buch besticht durch super recherchierte Hintergrundinformationen zu allen relevanten Themen und vielen, vielen praktischen Tipps. Man kann über die TV Show denken was man will, aber das Buch straft jeden Cody Lundin Skeptiker Lügen.


    Links zu Amazon gibts von mir nicht - das finde ich nämlich schei... :zensiert
    VG MadFly