Wascherde/Mineralerde/Heilerde


  • Wer kennt es nicht, das allbekannte Problem draußen unterwegs zu sein, bei einer längeren Tour, und es ist Zeit für Körperpflege.
    Als naturliebender Mensch stellt sich mir da die Frage: Muß ich unbedingt irgendwelche chemischen Mittelchen in Form von Duschgels usw mit mir herumführen, um mich draußen waschen zu können?
    Meist sieht es ja so aus, in Feld und Flur bleibt zur Hygiene eigentlich nur ein Bach, Fluß etc; oder eine Quelle. Ganz ausgefuchste mögen eine Solardusche mitnehmen, aber darum soll es jetzt nicht gehen. Denn es geht um: bilogische/natürliche Alternativen
    Hierzu empfehle ich, den nächsten Bioladen oder ein Reformhaus aufzusuchen. Wie der Threadtitel erwähnt, gibt es dort nämlich sog. Wascherde, Heilerde, bzw. Mineralerde. Zugegeben, es mag sich in unseren Breitengraden etwas seltsam anmuten, sich mit Erde einzuschmieren, um sich zu "waschen".
    Aber glaubt mir: es funktioniert prima, ist gut für die Haut, enthält viele Mineralien und weitere positive Stoffe.
    Das beste daran ist, man kann es sogar TRINKEN, d.h. nach einem langen Marsch ein Becher davon getrunken und Ihr habt sämtliche verlorene Mineralien wieder Eurem Körper zugeführt. Wer dazu mehr wissen will; fragt einfach mal in diesen Läden nach. Zugegeben, das Zeug kostet etwas mehr, doch man hat es letztendlich wieder.
    Und wem das nichts ist, oder wer sich damit nicht "anfreunden" kann; versucht es mal mit rein pflanzlicher Seife. Da gibt es in diesen Geschäften auch vielerlei Auswahl; diese ist nicht nur RICHTIG biologisch abbaubar, sondern obendrauf noch für Allergiker geeignet, oder Menschen mit empfindlicher Haut usw usf. Die Natur wirds Euch Danken, und Euer Körper auf lange Sicht gesehen auch; denn "Bushcraft" ist nicht nur Techniken und Draußensein, sondern auch respektvoller Umgang mit der Natur als Ganzem. Und das fängt schon im Kleinen an...
    Hoffe ich konnte Euch eine Alternative geben und der ein oder andere probiert es wirklich mal aus.
    lg
    Kauz

  • Warum Bioladen früher wurden die Kleidung zb mit Buchenasche gewaschen , ich denke mal da sollte auch andere gehen .
    Ich weis auch nur das das so gemacht wurde aber die genaue chemische Reaktion kenne ich nicht , Wasser und Asche dann passiert damit was .
    Grüsse Walter ;)

  • Klingt interessant hab ich noch nie was von gehört.
    Das Prinzip müsste sich auch mit Outdoorlehm improvisieren lassen.


    Allerdings frage ich mich ob diese Erde die ja nix anderes als gereinigte Tonerde ist der Haut nicht Feuchtigkeit entzieht?

  • das stimmt schon 92. Nur mußt Du die Erde die es bei uns hier gibt dazu erstmal finden, und dann ausbuddeln! Die ist nicht nur 30cm unter dem Mutterboden, da mußte ein paar Meter runter, und auch da wirds komisch. Nimm mal z.B. diese rote Flußerde die sie in Paraguay? (glaub ich) nutzen. die gibts auch nur an wenigen Stellen im Dschungel..
    Und ein paar Euro für sowas werden wohl drin sein, oder ;-)

  • AJ
    Bei der direkten Wascherde mischst Du diese mit Wasser zu einem Brei, den Du dann benutzt. Das gibt die Feuchtigkeit, und nix trocknet aus.
    Im Gegenteil, wenn Du trockene Haut hast, machst Du praktisch ein Peeling ;) (outdoor Wellness).
    Wie im Threadtitel steht, es gibt diese 3 Arten. reine Tonerde gibts auch, hab ich aber weniger nach geschaut. Aber im Großen und ganzen Ja, ist letztendlich gereinigte Tiefenerde/Tonerde.

  • Ja klar ich dachte nur an die alternative an sich , da muss man nur Buchenholz finden das dachte ich . :schäm
    Oder halt wenn das mit anderer Asche geht das halt.
    Grüsse Walter

  • Ich würde gerne genau wissen welche Faktoren die Wascherde so besonders machen und wie sie sich von gewöhnlichem Ton unterscheidet?
    Ist es die Korngröße? Sind es spezielle Inhaltsstoffe?


    Feuchtigkeit für die Haut kann diese lehmige Mischung aber nicht geben. Hautfeuchtigkeit hat nix mit Nässe des Wassers zu tun sondern besteht im allergrößten Teil aus Fetten und Proteinen. Dies wirst du nicht in der Tonerde finden.
    Wer schon mal mit Lehm oder Ton gearbeitet hat weiß wie trocken die Hände nachher sind. Der Ton besitzt eine ziehende Wirkung und nimmt ebenso wie die Schmutzpartikel auch Teile der Lipidschicht der Haut beim abspülen mit.
    Es gibt zwar auf Tour größere Prioritäten als die Hautfeuchtigkeit, die regeneriert sich nach ner Zeit von selber. Aber vor allem bei extremen Konditionen wie extremer Hitze und Trockenheit als auch großer Kälte und empfindlicher Haut spielt sie schon eine Rolle

  • Ah, jetzt versteh ich was Du meintest AJ.
    Kann ich Dir jetzt so garnicht beantworten. Hab sie jetzt auch länger nicht benutzt, mein Hauptanliegen war ja hiermit eig., natürliche, rein biolog Alternativen mal aufzuzeigen, anstelle von Chemiegels etc.
    Könnte Dir da jetzt nur zu der Mineralerde was erzählen. Da sind es die Inhaltsstoffe, insbesondere eben die verschiedenen Mineralien, die das "besondere" ausmachen. Du kannst sie wirklich wie einen isotonischen "Drink" auch zu Dir nehmen, ist insbesondere eben bei langen Strecken äüßerst sinnvoll. Äüßerlich angewannt kühlt sie, nimmt "Dreck" aus den poren, entschuppt usw usf.
    Auch bei Magenproblemen (z.B. nach fettigem Essen oder oder) sehr hilfreich. Ist ein ziemlich breites Einsatzspektrum.


    Was den Rückfettenden Effekt betrifft: Nach dem Draußen Waschen öl ich mich sowieso ein, also kann ich dazu nix weiter sagen.
    Wie gesagt, am besten mal da kundig machn, oder ich such mal paar Links zusammen.

  • Mit Wascherde habe ich bisher noch keine Erfahrung gesammelt, aber es wäre noch eine weitere Möglichkeit zu nennen:


    -Waschnüsse


    diese sind sehr ergiebig und für allerlei Reinigungseinsätze geeignet, so hab ich diese bisher für die Körperpflege, Wäsche waschen und zur Bekämpfung von Pflanzenschädlingen genutzt.
    Waschnüsse sind rein Natura und bedenkenlos biologisch abbaubar, eignen sich somit auch für die Körper und Wäschepflege unterwegs.
    Hier mal ein infomativer Link dazu:


    http://www.waschnussprofi.de/


    Bei Waschnüssen kommt die reinigende Wirkung von dem Saponingehalt und Saponin ist Beispielsweise ebenso in Birkenblättern enthalten, nimmt man ein paar Birkenblätter, etwas Wasser und zerreibt die Blätter einwenig darin, wird man bemerken das die Brühe ein wenig schäumt, damit kann man sich ebenfalls waschen.


    LG,
    Rauchquarz

  • Seifenkraut würde mir da einfallen. Das war schon früher Seifenersatz.
    Gegen Wundlaufen, Scheuern und Wolf waschen mit Aufguss von Eichenrinde. Auch gut ein Aufguss von Salbei.
    Mit Asche waschen geht nicht. Aaaaber: Die Asche wurde nicht pur verwendet sondern mit Fett gemischt. Asche ist stark alkalisch (deshalb brennt die auch so in den Augen und ist dort so gefährlich), und in Kombination mit Fett (Fett und Lauge) findet eine Verseifung statt. Und genau so hat man lange Seife gemacht. Damit kann man sich auch waschen, aber wirklich hautfreundlich (Haut ist sauer) ist das wohl nicht sonderlich.
    Von Erden rate ich auch ab. Die entziehen der Haut Feuchtigkeit, wirken gleichzeitig als "Peeling". Dadurch entstehen Mikroverletzungen, und danach dürfte man auch gegen Sonne extrem empfindlich sein.
    Mit Asche abseifen (das Fett steuert die Haut bei) dürfte sauber machen, aber den Säureschutzmantel freut's auch nicht so wirklich.

    wo die Neurosen wuchern will ich Landschaftsgärtner sein...

  • Von Erden rate ich auch ab. Die entziehen der Haut Feuchtigkeit, wirken gleichzeitig als "Peeling". Dadurch entstehen Mikroverletzungen, und danach dürfte man auch gegen Sonne extrem empfindlich sein.
    Mit Asche abseifen (das Fett steuert die Haut bei) dürfte sauber machen, aber den Säureschutzmantel freut's auch nicht so wirklich.

    Wenn es so wäre ist es doch seltsam, daß es soviele Native Völker gibt, die genau dies tun, sich mit Erde waschen.
    In diversen Survivalschriften ist ebenso erwähnt, daß in tropischen Regionen das einreiben mit Erde die haut vor zu starker Sonneneinstrahlung schützt und einem Sonnenbrand vorbeugt.
    Nicht zu vergessen sind hierbei auch solche Dinge wie Moorbäder, "Fangopackung", Schlammkuren usw. welche in der jetzigen Zeit wohl eher in den "Wellness" Bereich fallen, dennoch eine Heilwirkung haben, welche nicht abgestritten werden kann.
    Und bei den Inhaltsstoffen die in industriellen Duschgels, Shampoos, Badezusätzen usw enthalten sind (bspw. Aluminiumsulfate, bleihaltige Minerale, Eisenoxidverbindungen etc) hab ich mehr bedenken, als wenn ich mir vorstelle, nurnoch Erde nehmen zu müssen.
    Eine Alternative zu Deosprays usw.
    Kristalle, bzw. sog. "Deo-Steine". Einfach mal die Suchmaschine fragen, gibts verschiedenes.
    Denn wenn wir schon Mutter Natur etwas Gutes wollen, dann kann man bereits mit kleinen Dingen anfangen.
    in diesem Sinne
    lg

  • Das schließt aber nicht aus, dass diese Völker nach begangener Schlammkur ihre Haut noch mit tierischem oder pflanzlichen Fett pflegen. Ich denk mal Wascherde kombiniert mit einer Feuchtigkeitslotion, kann ziemlich gut sein.
    Ist dann eine Frage des Gewichts für lange Touren. Rechnet sich das im Vergleich zu Seife? Bekommt man mit dem selben oder ähnlichem Gewicht gleichviele oder gar mehrere Wäschen hin?

  • Als Deo tut's, wie schon geschrieben, Eichenaufguss. Mehrmals täglich damit waschen. Sonst Alaun. Daraus sind auch die Deosteine. Diese Dinge gerben die Haut kurzerhand. Dann hört's schwitzen auf. Und natürlich auch der Schweißgeruch.
    Ich bin mir sicher dass Erde gegen Sonne hilft. Wenn man sie drauflässt. Wenn man sich damit wäscht eher nicht. Wenn das wie bei vielen Naturvölkern üblich ähnlich einer Körperbemalung aufgebracht wird ist das bestimmt hilfreich.
    Ich spreche der Erde sicherlich nicht ihre Heilwirkung ab. Erde zieht Toxine aus dem Körper und kann noch ganz viele tolle Dinge. Aber zum waschen als "Outdoorduschgel" taugt das nicht viel.
    Wenn man die Möglichkeit hat sich mit pflanzlichen Fetten bei feuchter Haut einzucremen ist das bestimmt auch nicht sooo schlecht. Aber das führt eventuell etwas weit. Geht aber. Öle sind draußen fast überall zu gewinnen.
    Viele Dinge gehen mit Erde, aber halt nicht einfach so. Vögel duschen auch mit Sand, andere Tiere lieben Sandbäder/ Schlammbäder ebenfalls. Meist aber aus dem Grund dass ihre Parasiten genau diese Bäder eben hassen.

    wo die Neurosen wuchern will ich Landschaftsgärtner sein...

  • AJ
    wie ich schon schrieb öl ich mich draußen und sowieso nach dem Waschen ein, aus unterschiedlichsten Gründen. Zur Ergiebigkeit kann ich nur sagen, es kommt drauf an, wie dick Du den Brei/Paste anrührst, und wieviel Du aufträgst.
    Ein Stück Seife (ich gehe jetztmal von rein pflanzlicher aus) ist natürlich bei Langzeittouren effektiver, weil kleiner zu verpacken usw.
    Muß man halt selbst entscheiden, wieviel man mitnehmen kann/will.
    Allerdings, so einen kleinen Beutel mit Mineralerde hab ich immer dabei, zwar nicht wegen Waschen, sondern rein zum Trinken (siehe oben)
    Ansonsten ist die Idee von Rauchquarz noch zu empfehlen, Produkte der Waschnuss.
    Oder, ganz "Bushcraftmäßig": Man sucht sich was in der Natur zusammen, und macht dann einen ganzen Tag nix anderes, als Pflanzenteile kleinzureiben und Öl zu pressen usw. Kann ja auch lustig sein.
    Letztendlich gint es viele Möglichkeiten & Alternativen...


    Übrigens kann man anstelle von Fetten/Ölen nach der Waschung auch richtige, frische Milch verwenden (nicht diese H Milch aus dem Laden)
    sondern bei Bauern fragen. Ziegen Schaf oder Kuhmilch enthalten genug Fett.

  • Die tierischen Fette werden aber sehr schnell ranzig. Auch oder gerade auf der Haut. Und dann riecht man wie all die Völker die diese Art der Körperpflege praktizieren. Nach ranziger Butter/ Buttersäure. Ich bleib da lieber bei pflanzlichem Fett, das zieht in die Haut ein.

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