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Skuzzlebud

Das Eichhörnchen aus der Hölle

  • "Skuzzlebud" started this thread

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Tuesday, January 7th 2014, 7:41pm

Douglasienharz

Moin Moin, alle zusammen!

Der ein oder andere hat bestimmt schon mal von der Douglas Fichte oder Douglasie gehört. Besonders auf Amerikanischen YouTube Kanälen, wird das Harz dieser Bäume als DER "Wunder- Zunder" gepriesen.

Die Douglasie stammt ursprünglich von der der Westküste der USA und Kanada. Nach dem Krieg hat man die Pflanze wegen ihres schnellen Wachstum und dem, im vergleich zur einheimischen Fichte, relativ guten Holz dann auch in Deutschland angepflanzt.
In den 80er und 90er Jahren wurden dann auch hier bei mir im Siegerland, einige Monokulturen aus Douglasien angelegt von denen die Meisten immer noch stehen.
Also bin ich mal los, und habe den Zunder Made in USA mal selber ausprobiert.




Im Vordergrund Douglasien, im Hintergrund normale Fichten. Im vorbeigehen erkennt man den Unterschied kaum. Was allerdings besonders im Sommer bei hohen Temperaturen auffällt ist dass, die Douglasien einen starken süßlichen Duft verströmen.




Zum vergleich: Links ein Douglasienzweig, rechts der einer Fichte. Was auffällt ist dass, die Douglasie dichtere und längere Blätter hat als die einheimische Fichte. Außerdem sind die Nadeln und Zweige der Douglasie weicher.

Nice to now: Der mit rund 65m höchste Baum Deutschland´s, ist ebenfalls eine Douglasie, und trägt den klangvollen Namen "Waldtraut vom Mühlenwald" :skeptisch





Das woran man eine Douglasie am leichtesten von einer Fichte unterscheiden kann, ist aber die Rinde des Baumes. Diese ist besonders bei den jüngeren Bäumen, übersät mit warzenartigen Blasen.







Wenn man diese Blasen nun ansticht tritt ein sehr dünnflüssiges Harz aus, mit dem man schlechten oder leicht feuchten Zunder einstreichen, und somit verwertbar machen kann. Dazu tupft man entweder das Harz direkt vom Baum ab oder, schmiert es mit dem Messer, wie Marmelade, auf das Zunderbündel.





Die hier verwendeten Grashalme waren direkt vom Wegrand, teilweise noch grün und auch nicht zu hundert Prozent trocken. Ohne das flüssige Harz hätten diese nie gebrannt. Der Nachteil gegenüber dem festeren Harz der Fichten ist aber dass, es relativ schnell verbrennt.



Zum "nachlegen" eignen sich besonders die älteren schon harten Harzperlen welche man ebenfalls in großer Zahl an den Bäumen findet.

Nun gibt es auch einige Leute auf YouTube, die damit nassen Zunder zum brennen bringen.
Das musste ich natürlich ausprobieren also...




... Federkiel geschnitzt, und ab damit in die nächste Pfütze!




Ich habe den Federkiel dann nur abgepustet, und ihn anschließend ordentlich von allen Seiten mit Harz bestrichen.




Na ja... Ich habe mir natürlich gleich gedacht dass, das nicht so gut klappen wird. Also habe ich den Feuerstahl gleich mal weg gepackt und das Gasfeuerzeug rausgeholt.
Ich musste die Flamme schon 3-4 Sekunden an das Holz halten, aber zu meiner Überraschung hat es tatsächlich gebrannt, wenn auch nur kurz. Zum Feuer anzünden hätte es nicht gereicht. Ich denke aber wenn man mit größeren Harzbrocken nachgelegt hätte, hätte man die Flamme schon am Leben halten können.

Fazit: Wunder vollbringen kann das Zeug sicher nicht, aber um damit schlechten Zunder aufzupeppen eignet es wesentlich besser als das normale Fichtenharz, weil es sich wie eine dünne Lackschicht auf dem Material, welches man entzünden will verteilt , und somit viel besser Funken fängt.

Soweit mein kleiner Douglasienharz Test, bis dann und Grüße an alle - Holger!
"" Man geht immer schlauer aus dem Wald raus , als man rein gegangen ist! ""

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Tuesday, January 7th 2014, 8:04pm

Nun gut, da ich morgen grad mal nix vor hab, geh ich mal zu den Douglasienbeständen in meiner Nähe. Da lagen letztens auch noch Wipfel und Äste (Totholz) rum. Mal sehen was sich damit "spielen" lässt.
Guter Tipp,Danke dir Skuzzlebud

Grüße Waldläufer :bcplove
Stellt euch vor es geht und keiner kriegt`s hin

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Affenjunge

Beaverchewer

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Tuesday, January 7th 2014, 8:18pm

Und wie es schmeckt... Yummie. Verklebt nur ein wenig die Zähne :pop
Das erste was man in einem Survivalforum lernt, ist dass man im Ernstfall eh nicht überleben würde.

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Wednesday, January 8th 2014, 11:53pm

"Watt isch noch saagen wollt":

Statt direkt mein Messer verwende ich ein kl. Stöckchen, scharf zugeschnitten, um an Baumharz aller Art heranzukommen.
Hält die Klinge sauber, macht keine Arbeit, funktioniert 1A. Habe ich von TOZI hier aus dem Forum gelernt...

"Harzige" Grüße,

Gereon

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Sunday, January 19th 2014, 8:52pm

Hallöchen,
es muß aber nicht unbedingt Douglasie sein.
Es geht mit jedem Harz. Wenn ich durch Wald und Flur streiche sammle ich unterwegs meistens etwas trockenes wie Gras, Schilfdolden oder Distelblüten oder oder oder. Wenn Nadelbäume kommen schaue ich immer genau hin. Wenn irgendwo ne kleine Harznase am Baum ist nehme ich was von den trockenen Dingen Tupfe das Harz ab und forme ein kleines Bälchen stecke es in meine Zunderdose und das nächste Feuer ist ohne große Anstrengung gesichert. Wenn ich nix trockenes gesammelt habe nehme ich ein Stück Tempo :D , die habe ich fast immer dabei.

LG
KH
Wozu ein Messer, wenn man es nicht benutzt.

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